19.12.2019

Briefe



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ID: 14 Brieftext


Geschrieben am: Samstag 15.10.1842
 

Verehrtester Herr Härtel,

Ich habe in den Sommermonaten mit großem Eifer am drei Quartetten für Violine etc. geschrieben. Wir haben sie mehremal bei David gespielt, und sie schienen Spielern und Hörern, namentlich auch Mendelssohn, Freude zu machen. Es kommt mir nicht zu, mehr darüber zu sagen. Verlassen Sie sich aber darauf, daß ich keine Mühe gespart, etwas recht Ordentliches hervorzubringen, ja ich denke mir manchmal, mein Bestes.
Die Quartette sind von mittlerer Größe. Sie werden also auf die Plattenzahl ungefähr schließen können. Mein Hauptwunsch und Anliegen dabei wäre nun auch freilich, daß eine Partitur davon erschiene. In diesem Falle würde ich selbst 10 Exemplare für meine Rechnung zum Nettopreise behalten. Versprechen Sie sich nun vom Verlage Gutes, und erscheint Ihnen als Honorar für die drei Quartette, dasselbe, was Sie mir für die Symphonie gaben, nun nicht unbillig, so sollte es mich freuen, auch in dieser Gattung durch Sie in das Publikum eingeführt zu werden und von Ihnen recht bald Bestimmteres über Möglichkeit der Zeit des Erscheinens zu erfahren.
Noch etwas. Ich habe in der letzten Zeit, namentlich von Fremden oft hören müssen, daß es ihnen unbekannt ist, daß meine Symphonie [B dur] im 4 händigen Auszug da ist. Sie wissen, verehrtester Freund, daß ich in meiner Zeitung über meine Compositionen nichts sagen lasse, und daß ich so freilich Ihrem Interesse, wie meinem eigenen, wenig oder gar nicht förderlich sein kann. Dies aber ließe sich machen, daß das Erscheinen meiner Compositionen, wenn vom Verleger ausgebend, in kurzer Inseratweise bekannt gemacht würde. Ist Ihnen recht, wenn das in meiner Zeitschrift zuweilen geschieht? Eine Berechnung der Inserate würde dabei natürlich nicht stattfinden. Zugleich bitte ich Sie aber auch, daß des Arrangements der Symphonie gelegentlich auch in Ihrer Zeitung gedacht werden möge.
Gestern empfingen wir einen Brief von Mad. Henselt. Sie läßt Sie bitte, ihr den Bericht über Henselt zukommen lassen zu wollen, der in einer der letzten Nummern Ihrer Zeitung stand. Schicken Sie mir die Nummer zu, wenn Sie garade keine andere Gelegenheit haben.
Nun verzeihen Sie den langen Brief und behalten mich in freundschaftlichem Andenken,
Ihren ergebenen
Robert Schumann.
V. H. d. 15ten Oct. 42.

  Absender: Schumann, Robert (1455)
  Absendeort: Leipzig
  Empfänger: Härtel, Raymund (618)
  Empfänger-Institution: Breitkopf & Härtel
  Empfangsort:
 



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