19.12.2019

Briefe



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ID: 18236 Brieftext


Geschrieben am: Dienstag 15.03.1892
 

Dr. Hoch’s Frankfurt a. M., den 15. März 1892.
Conservatorium. Eschersheimer Landstrasse 4.
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J.-No. 1978

Hochgeehrte Frau!
Indem wir den Empfang Ihrer Zuschrift vom 8. d. M. bestätigen, können wir nicht umhin, unsere schmerzliche Enttäuschung darüber auszusprechen, daß unsere Vorschläge nicht ausreichten, uns Ihre Zugehörigkeit zu erhalten. Wir beklagen dies um so mehr, als die Mitglieder des Curatoriums die einzelnen Punkte des Ihnen unterbreiteten Anerbietens nicht etwa nach oberflächlicher Besprechung niederschrieben, sondern nach einer sehr gründlichen Beratung, die von dem einmütigen Wunsche geleitet war, unsrerseits Alles, was nach Lage der Frequenz- und Finanzverhältnisse möglich ist, aufzubieten, um Sie zu einer Änderung Ihres Entschlusses zu bewegen. Daß die Vorschläge, die wir Ihren Fräulein Töchtern machten, hinter den von denselben im vorigen Jahre geäußerten Wünschen zurückblieben, glaubten wir in dem Augenblick, wo wir Ihnen, hochverehrte Frau, gern alle uns irgend möglichen Zugeständnisse machten, nicht weiter entschuldigen zu müssen. Nachdem nun aber die betrübende Thatsache Ihres |2| Rücktrittes feststeht, fühlen wir doch das Bedürfnis, Ihnen zu sagen, daß wir nie vergessen werden, welch hohen Anspruch Sie auf unsere dauernde Dankbarkeit und Verehrung haben. Mit den herzlichsten Wünschen für Ihr Wohlergehen verharren
Die Direktion Die Administration
Dr B. Scholz Dr Th Mettenheimer
Vorsitzender

  Absender:
  Absender-Institution: Dr. Hoch's Konservatorium
  Absendeort: Frankfurt
  Empfänger: Schumann, Clara, geb. Wieck
  Empfangsort:
  SBE: II.16, S. 661
 



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