19.12.2019

Briefe



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ID: 28 Brieftext


Geschrieben am: Freitag 03.12.1847
 

[Auszug RSA II/1, S. 146:]

[...] haben durch den Tod Mendelssohns, dem sie gewidmet sind, besondere Bedeutung für mich wiedergewonnen. Ich betrachte sie noch immer als mein bestes Werk der früheren Zeit, und Mendelssohn sprach sich oft in demselben Sinne gegen mich aus.
Sie erinnern sich nun vielleicht, daß ich Ihnen die Quartette um ein sehr billiges Honorar überließ, weil ich die Herausgabe der Partitur an die Honorarbedingung knüpfte. Auch antwortete mir Ihr Hr. Bruder in einem Brief, den ich eben wieder durchgelesen, daß er sicher glaube, der Verkauf der Ausgabe in Stimmen stelle sich später so heraus, daß Sie die Partituren nachliefern würden.
Sie errathen nun meinen Wunsch, verehrter Hr. Doctor, und werden ihn erfüllen, wenn nicht die Quartette gar zu absatzlos gewesen - und wenn dies auch, so übertragen Sie ein Kleines auf das Trio [op. 63]; es wird sich sicher ausgleichen in Zukunft, denk' ich.
Ach, es wird mir schwer, über solche Dinge mit Ihnen, von dem ich eben weiß, daß Sie noch andern Antheil als bloß kaufmännischen an uns nehmen, sprechen zu müssen.Aber wir sind eben nicht alle Lord Byrons, der in der ersten Zeit seines Auftretens durchaus nichts annehmen wollte von seinen Verlegern. Freilich in der letzten Zeit hat er sich zehn- und mehrfach gerächt dafür. Vor so einer Rache sind Sie wenigstens bei mir sicher; und ich glaube, Sie kennen mich in dieser Beziehung seit Jahren und genug. -

  Absender: Schumann, Robert (1455)
  Absendeort: Dresden
  Empfänger: Härtel, Hermann (617)
  Empfänger-Institution: Breitkopf & Härtel
  Empfangsort:
 



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