15.07.2019

Briefe



Rückwärts
	
ID: 21793 Brieftext


Geschrieben am: 20.03.1896
 

d. 20 März.
Liebe Mathilde, nur einen Gruß, viel schreiben darf ich nicht. Ich bin in ernster Cur, befinde mich zu elend, mußte den Arzt wechseln, und vor allem Ernährungscur befolgen was entsetzlich ist, denn ich bin so apetitlos [sic], daß ich mich vor jeder Malzeit fürchte. Ich bin so abgemagert, daß ich mich oft förmlich erschrecke. Gott sei Dank kann ich meine Stunden geben, spielen aber gar nicht, das ist schwer! – In Interlaken haben wir verschiedene Anerbieten – Marie geht vielleicht in 14 Tagen, wenn Eug. hier ist, hin. Sie hat am meisten Lust zur Wohnung im Schloß, aber – keinen Balcon hätten wir da! Ich schreibe Ihnen wieder, wenn es mir besser geht, wolle Gott mich noch etwas bei meinen Kindern lassen.
Dank f. Ihren lieben Brief. Wir bleiben Ostern wohl hier, höchstens gehen [wir] für f. [sic] ein p. Tage nach Baden. Für den Süden wäre ich jetzt zu elend, ist auch doch zu früh.
Herzlichst Ihre Clara Sch.

Fraeulein Mathilde Wendt.
Berlin.
173 alte Jacobstr.
III

  Absender: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Absender-Institution:
  Absender Ort: Frankfurt am Main
  Empfänger: Wendt, Mathilde (1688)
  Empfänger-Institution:
  Empfänger Ort:
  SBE: II.14, S. 358f.
 



Wir verwenden Cookies, um Ihnen den bestmöglichen Service zu gewährleisten (Mehr Informationen).
Wenn Sie auf unserer Seite weitersurfen, stimmen Sie bitte der Cookie-Nutzung zu. Ich stimme zu.