19.12.2019

Briefe



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ID: 10959 Brieftext


Geschrieben am: Freitag 02.11.1877
 

Berl. d. 2ten Nov. 77.
Liebe Freundin!
Ich komme heute wieder mit einer Bitte, diesmal an Sie. Sie erinnern sich vielleicht einer Nichte, Emma Karl, die mit ihrer Mutter1 in Dresden lebt. Dieselbe schneidert u. beschäftigt sich überhaupt mit allen möglichen weiblichen Arbeiten, auch dem Waschen feiner Wäsche, ist ein fleißiges, respectables Mädchen. Seit 2 Jahren ist nun ihre Mutter so krank, daß sie sie nicht einmal verlassen kann, um sich Arbeit zu suchen, u. so geht es ihnen jetzt sehr schlecht. Kleine Zuschüsse helfen eben nur für den Moment, u. die Hauptsache ist, daß sie Arbeit bekommt.
Meine Bitte wäre aber die, daß Sie vorkömmenden Falles des armen Mädchens gedächten.
Verzeihen Sie die Bemühung, liebe Freundin, u. seien Sie mit Ihrem verehrten Manne herzlich gegrüßt von Ihrer
alt ergeb
Clara Schumann

Adresse der Frl. Emma Karl. Reinhardtstraße 12 part.

  Absender: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Absendeort: Berlin
  Empfänger: Hübner, Julius und Pauline (2459)
  Empfangsort:
  Schumann-Briefedition: Serie: II / Band: 6
Briefwechsel Robert und Clara Schumanns mit Eduard Bendemann, Julius Hübner, Johann Peter Lyser und anderen Dresdner Künstlern / Editionsleitung: Thomas Synofzik, Michael Heinemann / Herausgeber: Renate Brunner, Michael Heinemann, Irmgard Knechtges-Obrecht, Klaus Martin Kopitz und Annegret Rosenmüller / Köln: Verlag Dohr / Erschienen: 2014
ISBN: 978-3-86846-017-9
634
 



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