19.12.2019

Briefe



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ID: 10963 Brieftext


Geschrieben am: Dienstag 27.11.1877
 

Düsseldorf d. 27 Nov. 77.
Liebste Frau Berna
einen innigen Gruß möchte ich Ihnen doch heute schon senden, wenn es auch nur ein flüchtiger sein kann! ich möchte Ihnen vor allem sagen, daß wir sehr viel Ihrer gedenken und aber auch des jungen Paares. Ich empfinde es furchtbar schwer, daß ich nun schon seit Sonnabend nichts von ihnen weiß! vielleicht kommen sie heute über Köln, und wir wußten es nicht einmal, und hätten sie doch noch einmal sehen können! – Sie hatten gewiß schon einen Gruß von Elisen? – Ach, könnte man Ihnen doch die Trennung erleichtern, aber, es ist ja nicht möglich, nur mit Ihnen fühlen können wir, und das thuen wir von ganzer Seele. Ich bin noch so bewegt, daß ich nicht recht Worte finde! Sie, Liebe, Gute, was waren Sie Elisen, wie haben Sie Ihre Liebe bethätigt, wie haben Sie für Elise gesorgt, wie haben Sie ihr bei all Ihrem Kummer das Fest so schön, so harmonisch Alles gestaltet, – ich drücke Ihnen die Hand so recht in tiefster
Erregung! – Von Berlin aus schreibe ich wieder, wir gehen wohl morgen zurück. Getreu Ihre Cl. Sch.

An Frau Bertuch schönsten Gruß.

  Absender: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Absendeort: Düsseldorf
  Empfänger: Oriola, Marie von, geb. Christ, verh. Berna (2699)
  Empfangsort:
  Schumann-Briefedition: Serie: II / Band: 12
Briefwechsel Clara Schumanns mit Landgräfin Anna von Hessen, Marie von Oriola und anderen Angehörigen deutscher Adelshäuser / Editionsleitung: Thomas Synofzik, Michael Heinemann / Herausgeber: Annegret Rosenmüller / Köln: Verlag Dohr / Erschienen: 2015
ISBN: 978-3-86846-023-0
482f.
 



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