19.12.2019

Briefe



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ID: 11243 Brieftext


Geschrieben am: Freitag 07.11.1879
 

Frankfurt, d. 7t Nov 79
Verehrter Herr!
Ihr Wohlwollen wird mir von vorn herein Ihre Nachsicht für diese Zeilen erwircken, da sie einen sehr armen Mann betreffen der in seinen Briefen an mich Ihres Namens als Wohlthäter erwähnt. Derselbe heißt Hugo Letsch und erweckt in mir eine besondere Theilnahme da aus seinen Briefen ein gemüthsvoller u. idealer Zug spricht. Ich möchte für den Mann etwas Thun können (resp. für seine Töchter) da ich aber manche schlimme Erfahrung gemacht so bin ich etwas vorsichtig geworden. Ich bitte Sie nun freundlichst mir nur mit ein paar Worten zu sagen ob Sie den Mann näher kennen und ob er eine besondere Theilnahme verdient? Mir fällt in seinen Briefen auf, daß er öfters äussert, weil der arm sei, sei er verachtet, das erscheint mir wenn er ein respectabler Mann ist unglaublich, wenigstens von gebildeten Menschen.
Eine Postkarte genügt und verpflichten Sie mich dadurch zu aufrichtigem Danke. Ihrer Frau Nichte geht es hoffentlich nach der Kieler Cur gut, wollen Sie mich derselben empfehlen.
In aufrichtiger Hochachtung
Ihre erg.
Clara Schumann
Wegen meines Armleidens mußte ich dictiren, was Sie entschuldigen wollen!

  Absender: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Absendeort:
  Empfänger: Geibel, Emanuel (521)
  Empfangsort:
 



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