15.07.2019

Briefe



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ID: 11663 Brieftext


Geschrieben am: 03.03.1883
 

Frkf. d. 3/3 83
Lieber Herr Levy,
auf Ihren vorletzten Brief hätte ich schon wieder geantwortet, wäre ich nur nicht so gar viel in Anspruch genommen. So muß ich mich denn wirklich bescheiden, und in Ihre Verordnungen wegen des Arztes fügen? er schrieb mir neulich auf meine Anfrage, daß Sie bereits Alles berichtigt hätten. Wie soll ich mich nun revanchieren? Ich kann eben nur einfach meinen Dank, und mein Bedauern wiederholen, daß ich Ihnen so viel Aufregung und Unruhe brachte. Ihr lieber heutiger Brief erfreute mich so eben – indeß hatte ich von Joachim einige Zeilen erhalten, der mir auch die Vertagung des Termin mittheilte. Ob nun der nächste Termin wirklich der Letzte ist? gebe es der Himmel! Von mir kann ich Ihnen ziemlich Gutes sagen, die Hand wird täglich etwas besser, aber ich fühle noch immer den Schmerz, und die Narbe wird wohl noch lange sichtbar sein, sonderbarerweise ist auch das Thränensäckchen noch immer schwarz, da mache ich mir aber nichts daraus. Schmerzen habe ich nur bei der Berührung der Stelle. Etwas mehr Muth habe ich schon gewonnen. – Gott sei Dank, vergißt man Mißgeschick so leicht, und bleibt Einem das Gute, und das waren vor allem Sie und Ihre theure Frau in Ihrer Güte und Sorgfalt! –
Leben Sie wohl mit all Ihren Lieben, und bleiben Sie gut
Ihrer warm ergeb Clara Schumann.

Ich spiele am 10 u. 15ten in Leipzig. Die Kinder grüßen freundlichst.

  Absender: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Absender-Institution:
  Absender Ort: Frankfurt am Main
  Empfänger: Levy, Martin (943)
  Empfänger-Institution:
  Empfänger Ort:
  SBE: II.18, S. 383f.
 



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