19.12.2019

Briefe



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ID: 11882 Brieftext


Geschrieben am: Sonntag 16.11.1884
 

Frankf. d. 16t Nov. 84.

Lieber Herr Scholz

leider geht es mit der Frl. Rehn nicht. Dieselbe ist noch so zurück (mündlich will ich es Ihnen näher beschreiben) mit 18 Jahren daß ich meinen Kindern eine so gränzenlose Mühe mit so wenig voraussichtlichem Erfolge nicht zumuthen kann. Das Mädchen hat keine Spur von Anschlag, dabei ausgewachsene Hände, wo nichts mehr anzufangen ist, kann keine Tonleiter, findet nicht einmal die Töne der Tonleiter, und spielt<e> doch so ohne jede Regung, ohne jedes natürliche Gefühl, daß ich an ihrem Talente zweifeln muß. Wie gern wir Ihnen den Gefallen gethan hätten, haben wir Ihnen wohl neulich gezeigt, aber, es geht wirklich nicht – ich habe dem Vater selbst ein paar Worte geschrieben. Für Donnerstag muß ich nun doch auch bitten nicht auf mich zu rechnen, ich habe solchen Rheumatismus in den Armen u. Schultern, daß ich jetzt gar nicht spielen darf.
Mit den besten Wünschen für morgen, worauf ich mich herzlich freue,
Ihre
alt ergeb
Clara Schumann.

  Absender: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Absendeort:
  Empfänger: Scholz, Bernhard [Familie] (2867)
  Empfangsort:
  Schumann-Briefedition: Serie: II / Band: 16
Robert und Clara Schumanns mit Bernhard Scholz und anderen Korrespondenten in Frankfurt am Main / Editionsleitung: Thomas Synofzik und Michael Heinemann / Herausgeber: Annegret Rosenmüller und Anselm Eber / Dohr / Erschienen: 2020
ISBN: 978-3-86846-027-8
162f.
 



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