19.12.2019

Briefe



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ID: 12176 Brieftext


Geschrieben am: Samstag 28.05.1887
 

Frankfurt a/m d 28ten Mai 1887.
Myliusstraße 32.
Euer Excellenz
wollen entschuldigen wenn ich mich mit einer Anfrage direct an Sie wende. Es handelt sich für mich darum den Manuskripten meines Mannes, Robert Schumann, eine würdige und sichere Stätte zu geben. Am erwünschtesten dafür wäre mir die Berliner Bibliothek. – Ich habe schon früher einmal mit Herrn Geheimrath Schöne darüber correspondirt. Wir kamen aber zu keinem Abschluß weil die Zeit damals für Kunstaquisitionen wenig günstig war. Es sind mir seitdem für Einzeln-Werke [sic] verschiedene Offerten gemacht worden, mein Wunsch aber blieb doch immer die Manuskripte so viel als möglich, beisammen zu wissen. Ein Verzeichniß der Sachen erlaube ich mir beizulegen und erwähne noch, daß ich, obgleich Sachverständige den Werth der Sammlung höher veranschlagt haben, sie für den Preis von 15 000 Mark (FünfzehnTausend Mark) hergeben würde. Ew. Excellenz verpflichten mich zu verbindlichem Danke wenn Sie dieser Angelegenheit Ihr gütiges Interresse schenken wollten.
Mit besonderer Hochachtung zeichnet sich Ew. Excellenz
ergebene
Clara Schumann.

[Verzeichnis]
Manuscripte R. Schumann’s.
1. Genoveva.
2 Paradies u. Peri.
3 Faust.
4 Der Rose Pilgerfahrt.
5 Requiem.
6 Messe.
7 Page u. Königstochter.
8 Adventlied.
9 Motette. (Verzweifle nicht.)
10 Neujahrslied.
12 [sic] IIIte Symphonie.
11 Glück v. Edenhall.
14 Concert für Violoncell.
13 Concert für 4 Hörner.
15 Allegro für Pianoforte Op. 92.

  Absender: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Absendeort: Frankfurt am Main
Empfänger: Gossler, Gustav von (2321)
  Empfangsort: Berlin
  SBE: II.18, S. 124ff.
 



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