19.12.2019

Briefe



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ID: 12617 Brieftext


Geschrieben am: Dienstag 27.05.1890
 

D. 27 Mai 1890,
Liebste Frau v. Beckerath,
Sie werden mein Thelegramm, zu dem ich mich schwer entschloß, erhalten haben, ich fürchte aber zu sehr die Kühle, die seit gestern eingetreten ist, und die ich unangenehm empfinde. Ich muß nun abwarten bis morgen früh; ist es da besser als heute, so fahren wir um 8 Uhr mit dem Schnellzug, u. dachten dann aber gleich auf den Niederwald hinauf zu fahren. Sollten Sie die freundliche Absicht haben uns zu begleiten; dann wäre es wohl am besten, wir träfen uns an der Eisenbahn um 9 Uhr 24 M., führen hinauf und Mittags zu Tisch zu Ihnen, bei Ihnen könnte ich dann nach Tisch etwas ruhen u. bis 7 Uhr bleiben – zurück müssen wir morgen, weil Donnerstag die Stunden wieder anfangen.
Seyn Sie mir ja nicht bös, liebe Frau v. Beckerath, aber, ich bin jetzt fast von jedem Luftzug abhängig, und kann daher nur mit größter Vorsicht Ausflüge unternehmen.
Ich hoffe noch auf morgen, sollte es aber nicht besser werden, so thelegraphire ich Ihnen wieder, traurig wäre’s mir.
Ich bin recht betrübt, daß ich so untauglich zu Allem bin.
Herzlich Sie und den lieben Sohn6 grüßend
Ihre
getreu ergeb
Clara Schumann.

[Umschlag]
Frau
Laura von Beckerath.
Rüdesheim
am Rhein.

  Absender: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Absendeort: Frankfurt am Main
  Empfänger: Beckerath, Laura von (168)
  Empfangsort:
  Schumann-Briefedition: Serie: II / Band: 12
Briefwechsel Clara Schumanns mit Landgräfin Anna von Hessen, Marie von Oriola und anderen Angehörigen deutscher Adelshäuser / Editionsleitung: Thomas Synofzik, Michael Heinemann / Herausgeber: Annegret Rosenmüller / Köln: Verlag Dohr / Erschienen: 2015
ISBN: 978-3-86846-023-0
297f.
 



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