19.12.2019

Briefe



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ID: 12832 Brieftext


Geschrieben am: Sonntag 21.06.1891
 

Frankfurt a/M d. 21 Juni 1891
Liebe Frau v. Beckerath
nehmen Sie unseren wärmsten Dank für Ihre so theilnemenden Worte, die uns innig wohl gethan.
Der Verlust ist ein großer, und doch müssen wir dem Himmel danken, daß er den armen Dulder erlöst hat. Daß er schon seit Jahren keine Lebens-Freude mehr genießen konnte, ist mir der größte Kummer. Traurig ist es für die armen Kinder, die an der Mutter in keiner Weise eine Stütze haben. Es liegt also Alles auf uns – schwere Sorgen noch auf meine alten Tage, unter denen ich nun schon seit Jahren leide. Der Himmel gebe mir nur einige Freuden noch an den Enkeln! eine große Beruhigung ist es mir, daß mein Sohn in dem Gedanken, daß wir für die Kinder gut sorgen, scheiden durfte.
Leben Sie wohl, liebe Frau v. Beckerath. Möge Ihnen der Sommer nur Gutes bringen, dies wünscht von ganzem Herzen
Ihre
treu ergeb
Clara Schumann.

Wir reisen 5 oder 6t Juli n. Franz. ab, ich gehe auf 2 Tage n. Düsseld. vorher.

[Umschlag]
Frau
Laura v. Beckerat[h]
Rüdesheim
am Rhein.

  Absender: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Absendeort: Frankfurt am Main
  Empfänger: Beckerath, Laura von (168)
  Empfangsort:
  SBE: II.12, S. 305f.
 



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