19.12.2019

Briefe



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ID: 13064 Brieftext


Geschrieben am: Sonntag 04.02.1894
 

Frankfurt a/M d. 4 Febr. 1894.

Lieber verehrter Herr Professor,

der Zufall, daß wir vor einigen Wochen ein Anerbieten <>aus der Schloßwohnung in Interlaken erhielten, veranlaßte uns, direct noch ’mal an den Herrn Sterchi, von dessen Tode wir nichts wußten, zu schreiben. Ich konnte mich zu der Schloß-Wohnung nicht entschließen, da sie keinen Balcon, u. einen sehr wenig hübschen Sitzplatz im Garten hat, und so schrieb Marie, und erhielten wir zu unserer Ueberraschung sofortige Antwort, daß wir das Logie haben könnten, und stehen bereits mit der Frau Besitzerin in Unterhandlung. Wie war ich froh im Schloß nicht zugegriffen zu haben! – Ich hoffe, wir werden einig, um so eher, als wir den Leuten durch Sie doch schon etwas bekannt sind. Haben Sie nochmals besten Dank für Ihre gütige Vermittlung. – Wie reizend, daß Ihre liebe Tochter an den herrlichen Thuner See kommt – nun wird Ihnen Ihre zweite Heimath doppelt lieb werden! – Für das Anerbieten Ihrer lieben Frau herzlichen Dank! wie möchte ich aber sie in Anspruch nehmen, wo sie so viel zu denken und zu thuen haben wird! – Wir sind voller Freude, wenn es uns wirklich gelingt in Interlaken uns häuslich niederlassen zu können.
Herzlich ergeben
Ihre
Clara Schumann.

Wärmste Grüße den lieben Ihrigen, auch von Marie.

  Absender: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Absendeort: Frankfurt am Main
  Empfänger: Wach, Adolf (3068)
  Empfangsort:
  Schumann-Briefedition: Serie: II / Band: 15
Briefwechsel Robert und Clara Schumanns mit den Familien Voigt, Preußer, Herzogenberg und anderen Korrespondenten in Leipzig / Editionsleitung: Thomas Synofzik, Michael Heinemann / Herausgeber: Annegret Rosenmüller, Ekaterina Smyka / Köln: Verlag Dohr / Erschienen: 2016
ISBN: 978-3-86846-026-1
871f.
 



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