05.01.2022

Briefe



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ID: 13103
Geschrieben am: Freitag 08.06.1894
 

Frankf. d. 8 Juni 1894
Liebste Marie,
ich bin betrübt, daß ich Sie nun doch nicht mehr sehe, aber ich sehe doch ein, daß, wenn ich für so kurze Zeit zu Ihnen komme, und Sie Besuch haben, kaum ein ruhiges Stündchen herauskommt. Besuch ist mir durchaus nicht unangenehm, wenn ich einige Tage bei Ihnen sein könnte, aber an einem Tage zwei mal per Eisenbahn, dann ein Diner mit Fremden zu ungewohnter Stunde, da bin ich dann müde. Allein mit Ihnen bin ich nicht ängstlich, kenne ja Ihre liebevolle Nachsicht, aber dann mit Fremden – ich kann mir eben doch nicht mehr viel zumuthen. So müssen wir uns dann bis zum Herbst gedulden, liebste Marie! Möge Ihnen und Ihrem lieben Manne der Sommer recht viel des Guten bringen, und denken Sie in alter Gesinnung
Ihrer
getreuen
Clara Schumann.

Marie grüßt herzlichst.

  Absender: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Absendeort: Frankfurt am Main
  Empfänger: Oriola, Marie von, geb. Christ, verh. Berna (2699)
  Empfangsort:
  Schumann-Briefedition: Serie: II / Band: 12
Briefwechsel Clara Schumanns mit Landgräfin Anna von Hessen, Marie von Oriola und anderen Angehörigen deutscher Adelshäuser / Editionsleitung: Thomas Synofzik, Michael Heinemann / Herausgeber: Annegret Rosenmüller / Köln: Verlag Dohr / Erschienen: 2015
ISBN: 978-3-86846-023-0
643f.

  Standort/Quelle:*) D-DÜhh, s: 67.6395
 
*) Die Auflösung der Kürzel für Bibliotheken und
Archive finden Sie hier: Online Directory of RISM Library Sigla
 
 



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