15.07.2019

Briefe



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ID: 13233 Brieftext


Geschrieben am: Freitag 25.10.1895
 

Frankfurt a/M d. 25 Octbr. 1895.
Lieber Freund,
wie lange mußte ich auf Ihren lieben Geburtstaggruß schweigen, und dachte doch so oft daran, meinem gedruckten Dank noch einige freundschaftliche Zeilen nachzusenden. Nun endlich komme ich dazu Ihnen die Hand zu drücken und Ihnen zu sagen, wie auch diesmal Ihr treuer Freundesgruß mich erfreut hat. Und daß Sie mir so gute Nachrichten zukommen lassen konnten, wie froh war ich darüber. Welch ein Glück, daß Ihr lieber Hermann das Leiden so ganz überwunden hat: wohl erinnere ich mich Ihrer Sorge noch zuletzt in Interlaken. Wie innig leid ist es mir, daß wir uns nie mehr sehen! früher kamen Sie doch ab und zu nach Interlaken, jetzt nie mehr! – So muß man sich eben im Alter, wo man mehr an die Scholle gebunden ist, loslösen fast von Allen, die Einem lieb waren – das ist hart! – Ich denke oft der gemüthlichen Tage, die wir in Ihrem Hause zugebracht, und spreche oft mit meinen Töchtern von Ihnen. Wie gern sähe ich ’mal Ihre Tochter mit ihrer Familie!
Der Himmel schütze Sie Alle, lieber Herr Levy, und besondern Gruß senden wir auch Ihrer lieben Frau.
In treuer Dankbarkeit
Ihre
herzlich ergeb
Clara Schumann.

Marie sendet Ihnen ihre herzlichen Grüße! Mit meiner Gesundheit geht es leidlich – ich kann doch unterrichten und spielen.

  Absender: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Absendeort: Frankfurt am Main
  Empfänger: Levy, Martin (943)
  Empfangsort:
  SBE: II.18, S. 426f.
 



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