05.01.2022

Briefe



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ID: 14390
Geschrieben am: Montag 02.11.1885
 

Frankfurt a/m 2. 11. 85.
Liebes Fräulein!
Herzlichen Dank für Ihre lieben theilnehmenden Worte, u. die anerken¬nende Art, wie sie über <H > meinen armen Bruder schreiben. Sie haben ihn gekannt, u. brauche ich Ihnen nichts weiter über ihn zu sagen. Hätte er nur nicht noch |2| so fürchterlich gelitten! Die Frau hat ihn rührend gepflegt u. die Mutter u. Marie sich mit ihm ausgesöhnt. Warum nur erst der Tod die Herzen zu erweichen vermag!
Ob ich nach Leipzig gehe, ist noch zweifelhaft – es hängt von meiner Gesundheit ab. Ich bin ja nicht krank, aber sehr abhängig von kleinen Leiden, bei denen ich das Reisen fürchte. Sollten Sie wirklich die Absicht haben, |3| zu kommen, so schreiben Sie mir etwa 4–5 Tage vorher noch einmal mit einer Anfrage. Bei dem Vielen, was ich zu thun habe, könnte es passiren, daß ich vergäße Ihnen mein Nichtkommen mitzutheilen.
Ihrer lieben Freundin auch herzlichen Dank für ihre Theilnahme.
Leben Sie wohl und |4| gedenken sie zuweilen in Freundschaft
Ihrer
treu ergebenen
Clara Schumann.

  Absender: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Absendeort: Frankfurt am Main
  Empfänger: Lindeman, Marie von (2605)
  Empfangsort:
  Schumann-Briefedition: Serie: II / Band: 22
Robert und Clara Schumann im Briefwechsel mit Korrespondenten in Dresden / Editionsleitung: Thomas Synofzik und Michael Heinemann / Herausgeber: Carlos Lozano Fernandez und Renate Brunner / Dohr / Erschienen: 2021
ISBN: 978-3-86846-032-2
1259 f.

  Standort/Quelle:*) D-Dl, s: Mscr. Dresd. App. 16, Nr. 55
 
*) Die Auflösung der Kürzel für Bibliotheken und
Archive finden Sie hier: Online Directory of RISM Library Sigla
 
 



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