19.12.2019

Briefe



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ID: 17324 Brieftext


Geschrieben am: Donnerstag 10.02.1859
 

Liebe Frau Schumann

Sie scheinen mich entschieden der Post gegenüber als Correspondenten desavouiren zu wollen. Wenn ich nur dabei erfahren könnte, wie es Ihnen geht, so könnt’ ich’s schon eine Weile ignoriren; so aber bei meiner gänzlichen Rathlosigkeit, muß ich schon ein bischen meinen Stolz bei Seite setzen, um lieber über eine meiner nächsten Beziehungen auf der Welt mir keine Sorgen zu machen. Um des Himmels Willen, was muß ich nur verbrochen haben, daß Sie so hartnäckig schweigen? Meinen Brief, an Prf. Bendeman adressirt, müssen Sie erhalten haben. Sie scheinen nun nicht nach Holland zu gehen; kehren Sie bald nach Berlin zurück? Werden Sie nach London zur Season reisen? Ich gehe hin; Ende April. Auch auf 2 Tage nach Utrecht, den 28ten dieses, weil die Studenten von dort eigends einen aus ihrer Mitte an mich abgesandt haben, was mich sehr erfreut hat. Noch Vieles hätte ich zu sagen, will mich aber, bis ich wieder von Ihnen gehört habe darauf beschränken zu fragen: wollen und können Sie am 5ten od. 19t März in einem der Hannov. Concerte spielen. Gern hätte ich bald auf diese Anfrage Antwort; am liebsten freilich auch einen recht ausführlichen Brief über Ihre letzten Erlebnisse, die ich mir angenehm denke.
In alter Treue und Ergebenheit
Ihr
J. J.

Frau Klara Schumann.

  Absender: Joachim, Joseph (773)
  Absendeort:
  Empfänger: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Empfangsort:
  Schumann-Briefedition: Serie: II / Band: 2
Briefwechsel Robert und Clara Schumanns mit Joseph Joachim und seiner Familie / Editionsleitung: Thomas Synofzik und Michael Heinemann / Herausgeber: Klaus Martin Kopitz / Dohr / Erschienen: 2019
ISBN: 978-3-86846-013-1
448f.
 



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