23.11.2019

Briefe



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ID: 17963 Brieftext


Geschrieben am: Donnerstag 12.09.1878
 

Düsseldorf den 12t Sept. 1878
Meine theure Clara!
Unsere Wünsche, je älter wir werden, drängen sich in dem Einen zusammen: „Leid u Freud in Ergebung, u wohlthuender Weise für unsre Nächsten Lieben zu tragen“ u so kann ich auch heut kaum anders als in diesem Sinne unsre wärmsten, unsre innigsten Wünsche zuzurufen zu dem erregenden Tage der Ihnen, für so Viele zur Freude u wahren Erquickung, das Leben gab! – Ich hoffe Sie begehen ihn doch so froh, als es eben möglich ist, u besonders ohne Schmerzen am Arm; u mit möglichst guter Kunde vom armen Felix. Ob er bei Ihnen bleibt, oder nach Falkenstein geht, wo wirklich der Aufenthalt sehr sorgsam u vortrefflich sein soll, u er auch manche andre junge Männer träfe, sind wir natürlich sehr begierig zu hören. Viel herzlichsten Dank für Ihre Worte nach Scheveningen; wir kehrten gestern zurück u sahen die eben wiedergekommnen Euler’schen Enkelkinder Gott sei Dank, nach 6 Wochen, recht gesund u frisch wieder.
Auch von unsern andern Kindern haben wir gute Nachricht. Rudolf ist noch auf den Manövern kommt aber nächste Woche noch einige Tage zu uns, um dann nach Kiel zu fahren u Felix noch zu sehen der am 9t Ockt. die große Reise auf der „Sedan“ antreten muß! Das ist auch wieder ein langer schwerer Abschied. Mein Mann drückt Ihnen treu u warm im Geiste die Hand, u ich will nun schließen, damit Sie nicht zu viel zu lesen haben! Den Kindern mit Ihnen die treusten Wünsche! Herzlich im Geist Sie umarmend
Ihre alte Lida B.

  Absender: Bendemann, Lida (176)
  Absendeort: Düsseldorf
  Empfänger: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Empfangsort:
  SBE: II.6, S. 256f.
 



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