15.07.2019

Briefe



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ID: 18014 Brieftext


Geschrieben am: Samstag 27.10.1888
 

Wiesbaden d. 27t Ockt. 1888. Hotel z. Adler.
Geliebte Clara!
Wie gern wären wir gestern Abend in Ihrer Nähe gewesen zu hören, zu sehen wie die theure Freundin abermals die Hörer erhob u begeisterte! – Aber wir müssen stille Leute sein, u leben deshalb auch hier die paar Tage ganz still; aber dankbar noch vereint zu sein; u haben eben zu unsrer herrlichsten Überraschung unsern Felix umarmt, der die Nacht von Kiel hierher durchfuhr! – Natürlich bleibt er morgen bei uns; u auch den Montag zum Theil. Nun kommt die Frage, die wir in wahrer treuer Freundschaft kurz zu beantworten bitten: Können wir Sie Montag von 12 – 1 3/4 U. besuchen? – u stört das Ihnen u den Kindern nicht zu sehr Ihre besetzte Zeit? – Wir möchten Sie doch so unbeschreiblich gern umarmen u so eine gute Stunde bei Ihnen sein. Bei dem guten Wetter, wird das auch meinem Mann nicht zu viel! – Um 1 3/4 U. müssen wir dann zur Bahn n. Düsseld., wo aber Niemand wissen soll daß wir schon wieder kommen! – Aber mein Mann hat besondere Gründe am Montag zu Haus zu sein! Doch bitte, bitte gegen Niemand dies zu äußern! Also recht vorsichtig überlegen Sie ob wir Montag kommen sollen? u senden kurze Antwort morgen Sonntag p. Telegramm.
Wie es sich auch fügt, unsre alte treue Liebe u Freundschaft bleibt ja die gleiche – daran kann sich nie u nimmer etwas ändern! –
Also vielleicht auf baldig Wiedersehen
Ihre ewig getreue
L. Bendemann

  Absender: Bendemann, Lida (176)
  Absendeort: Wiesbaden
  Empfänger: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Empfangsort:
  SBE: II.6, S. 366f.
 



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