19.12.2019

Briefe



Rückwärts
	
ID: 18775 Brieftext


Geschrieben am: Freitag 17.08.1855
 

Freitag am (?) August.

Einen guten Tag am ersten der mich wieder in Ihrer Stadt sieht; gestern Abend kam ich hier an, sehr erfreut Johannes zu begrüßen, und betrübt daß Sie, verehrte Freundin, uns fehlen. Möchten Sie recht bald zurück kehren –! Beethoven Bach und andre liebe Geister, die auch schon in Ihrer neuen Wohnung heimisch sind verlangen laut nach Ihnen, und auch die zwei Musik beflissenen Wanderburschen sehnen sich nach der Künstlerin die es nicht verschmäht oft ihre treue Kollegin zu sein! Es ist ganz wunderschön bei Ihnen, das frische Grün das überall herüber guckt, verleiht den lieben wohlbekannten alten Sachen einen eigenthümlichen Reiz; ich fühle mich schon recht zu Hause in Johannes Stube, in der wir eben gemeinschaftlich Sie grüßen. Kommen Sie ja recht bald wieder! In Bonn habe ich mich auf der Rückreise nicht aufgehalten, habe also leider keine neuen Nachrichten aus Endenich. Es soll aber gewiß nicht lange dauern bis ich dort einen Besuch mache. Wir haben von einer kleinen Rhein-Reise heute gesprochen, Joh. und ich, die uns während Ihres Aufenthaltes in Kiel zu Ihrem verehrten Robert führen würde. Jedenfalls schreibe ich aber vorher einmal; heute nur noch die besten Wünsche und schönsten Grüße an die Ost-See von
Ihrem immer
ergebenen Joachim

  Absender: Joachim, Joseph (773)
Absendeort: Düsseldorf
  Empfänger: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Empfangsort:
  Schumann-Briefedition: Serie: II / Band: 2
Briefwechsel Robert und Clara Schumanns mit Joseph Joachim und seiner Familie / Editionsleitung: Thomas Synofzik und Michael Heinemann / Herausgeber: Klaus Martin Kopitz / Dohr / Erschienen: 2019
ISBN: 978-3-86846-013-1
223ff
 



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