19.12.2019

Briefe



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ID: 18949 Brieftext


Geschrieben am: Sonntag 09.07.1871
 

Bad Nauheim d 9ten Juli 71
Liebe, verehrte Freundin!
In einer Stunde will ich abreisen, um nach Augsburg zur Synode zu gehen; da Ihnen meine Frau aber in diesen Tagen schreiben wollte, möchte ich nicht verfehlen Ihnen wenigstens einen herzlichen Gruß voranzuschicken. Er soll die beifolgenden 2 Bändchen Göthe begleiten u Ihnen sagen, dass Hoffnung vorhanden auch das dritte noch zu bekommen. Sodann möchte ich auf Ihre Fragen antworten; was die eine betrifft, ob Ihr lieber Ferdinand bleiben oder wechseln soll, so kann ich darüber meinerseits gar Nichts sagen; ohne zu wissen, ich meine genau zu wissen, was er verläßt u welche Hoffnungen etwa er habe u von sich weiß, wäre jeder Rath unbedarft. Die andere Frage aber, ob er nicht bis Ostern ganz außer dem Geschäft seiner Fortbildung leben soll, möchte ich entschieden verneinen. Wie vielerlei Nachtheile solche Unterbrechung des Geschäftslebens haben kann, darüber hoffe ich noch in diesem Sommer mündlich mit Ihnen zu reden. Denn Ende Juli oder Ende August werden Sie doch hoffentlich in Baden sein. Sollten Sie im August auf Moritz sein, dann bitte, sagen Sie es mir mit Einer Zeile nach Interlaken, Pension Ober; vielleicht käme ich, Sie auf etliche Tage dort zu sehen.
Mit herzlichem Gruß für alle Ihre Lieben Ihr treu ergebener
Lazarus

  Absender: Lazarus, Moritz (916)
  Absendeort: Bad Nauheim
  Empfänger: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Empfangsort:
  Schumann-Briefedition: Serie: II / Band: 18
Briefwechsel Clara Schumanns mit Korrespondenten in Berlin 1856 bis 1896 / Editionsleitung: Thomas Synofzik, Michael Heinemann / Herausgeber: Klaus Martin Kopitz, Eva Katharina Klein und Thomas Synofzik / Köln: Verlag Dohr / Erschienen: 2015
ISBN: 978-3-86846-055-1
213f.
 



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