19.12.2019

Briefe



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ID: 18965 Brieftext


Geschrieben am: Samstag 24.12.1887
 

Liebe, verehrte Freundin!
Das ist der größte Vorzug der allgemeinen Feste, deren stimmungsreichstes im deutschen Volke die Weihnacht mit gutem Grunde geworden ist, dass die Empfindung eines Jeden nicht von den eigenen Umständen sondern von der freudigen Erregung der Gesammtseele getragen wird. Darum verwandelt sich auch jede Sorge in Hoffnung u über allen Nöthen schwebt die Festfeier besänftigend u aufrichtend. So möge denn heute auch bei Ihnen das Gemüth Aller Ihrer Angehörigen, die Sie in zärtlichster Hingebung zu einanderstehen, frei und leicht zu inniger Freude erheben. Ihr reines u reiches Herz wird ja der Erhebung niemals entbehren; sey es Ihnen gegönnt, dass sie zugleich fröhlich und befriedigt sey. Mit solchem aus treuem Herzen kommenden Wunsche werden wir Ihrer innig gedenken und die Hoffnung baldigen u gesunden Wiedersehens auch als eine festliche Aussicht hegen. Mit freundschaftlichem Gruß u Handschlag Ihr treu ergebener
Lazarus

  Absender: Lazarus, Moritz (916)
  Absendeort: Berlin
  Empfänger: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Empfangsort:
  Schumann-Briefedition: Serie: II / Band: 18
Briefwechsel Clara Schumanns mit Korrespondenten in Berlin 1856 bis 1896 / Editionsleitung: Thomas Synofzik, Michael Heinemann / Herausgeber: Klaus Martin Kopitz, Eva Katharina Klein und Thomas Synofzik / Köln: Verlag Dohr / Erschienen: 2015
ISBN: 978-3-86846-055-1
317f.
 



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