19.12.2019

Briefe



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ID: 19219 Brieftext


Geschrieben am: Dienstag 05.08.1856
 

Meine Gedanken sind in den letzten Tagen so viel mit Ihnen beschäftigt gewesen daß ich es nicht unterlassen [kann] sie Ihnen meine liebe Frau Schumann in herzlichster Theilnahme auch auszusprechen! Sie wissen wie sehr Ihr damaliges Hiersein, u die kurze leider! nur zu flüchtige Bekanntschaft mit Ihnen – mein ganzes, lebhaftes Interesse erregt hatte für Sie – u nun muß ich immer daran denken wie es Ihnen gehen möge – wie sehr u tief Ihr Herz gelitten haben muß! O! es ist ein hartes Wort „Auf nimmer Wiedersehen zu scheiden“ von dem was man liebt, für diese Erde wenigstens. Hoffen u glauben wir an ein Wiedersehen dort oben! wo Alle irdische Unvollkommenheit abgelöst ein freies Aufschwingen des Geistes der Körper nicht mehr hindern kann! – Gott gebe Ihnen meine liebe Madame Schumann Trost und reichen Seegen auf Ihrem fernen Lebenswege. Seien Sie überzeugt, daß ich stets mit dem größten Interesse von Ihnen höre und sehr erfreut sein werde, wenn ich nicht ganz von Ihnen vergessen sein werde!
Hoffentlich lebt mein Name noch, wenn auch nur schwach in Ihrer Erinnerung u so gebe ich Ihnen nochmals mit den herzlichsten Grüßen mein innigstes, herzlichstes Mitgefühl für All Ihr Leid u Schmerz! –
Mit der Bitte um ein freundliches Angedenken
Ganz die Ihrige
Sophie v Meysenbug.
geb. Quentell

Detmold d 5. Aug. 56.

  Absender: Rivalier von Meysenburg, Sophie (2796)
  Absendeort: Detmold
  Empfänger: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Empfangsort:
  SBE: II.12, S. 674
 



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