19.12.2019

Briefe



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ID: 20832 Brieftext


Geschrieben am: Freitag 19.07.1839
 

Herrn Robert Schumann Wohlgeb per Addr. H. Gebr. Schumann in Zwickau.

Aus der abschriftlich beiliegenden mir gestern zugekommenen hohen Verordnung des Appellationsgerichts ersehen Sie, daß dasselbe Ihre Differenz mit Herrn Wieck wie eine gewöhnliche Eheirrung betrachtete und vorerst den<> Sühneversuch vor dem betreffenden Geistlichen, den hiesigen Superintendent, und ein Zeugniß, daß derselbe vergeblich gewesen, erforderte. Leider wird hierdurch das persönliche Zusammentreffen mit Herrn Wieck vervielfältigt, es läßt sich aber nichts dabey ändern. Sie haben nun, da<fern> der rasche Fortgang der Sache Ihr beiderseitiger Wunsch ist, Fräulein Wieck zu ersuchen, daß sie sich baldmöglichst hier einfindet, damit das Verhör auf der Superintendur, wobey persönliches Erscheinen unerläßlich ist, beantragt werden kann.
Ihrer gefälliger Antwort oder <dafern> wenn Sie bald hierher zurückkehren, Ihren mündlichen Mittheilungen entgegensehend, verharre ich mit größter Hochachtung
Leipzig am 26 Juli 1839.
AdvEt

[Beilage]

Von dem Königlichen Appellationsgericht zu Leipzig wird nach dem
nach Analogie des §. 56. des Gesetzes sub C. vom 28sten Januar 1835. bey Demselben beobachteten Gerichtsbrauche eine wegen verweigerter Ertheilung des elterlichen Consenses gegen Ascendenten gerichtete Klage nur dann angenommen, wenn durch ein nach Maasgabe §. 5. der Verordnung vom 31n/ März 1835. und No: 2. der Verordnung vom 9ten Juli a. d. eingereichtetes [sic] Zeugniß nachgewiesen worden, daß ein Vereinigungsversuch vor dem zuständigen Pfarrer vorher gegangen ist, derselbe jedoch einen günstigen Erfolg nicht gehabt.
Wenn nun bei der von Hrn. Robert Schumann und Demoiselle Clara Wiek wegen verweigerter Einwilligung in die von ihnen beabsichtigte eheliche Verbindung gegen Letzterer Vater, Hrn. Friedrich Wiek gerichteten Klage vom 15n/. dieses Monats ein derartiges Zeugniß zu vermissen gewesen ist, so hat das Königliche Appellationsgericht auf solche Etwas zu verfügen Bedenken getragen, was den Antragstellern andurch zu erkennen gegeben wird.

Leipzig, am 19n/. Juli 1839.
Königlich Sächsisches Appellationsgericht
D. Schreckenberger.

  Absender: Anonym [Appellationsgericht ?] (46)
  Absender-Institution: Appellationsgericht
  Absendeort: Leipzig
  Empfänger: Schumann, Robert und Schumann, Clara geb. Wieck, Clara (4446)
  Empfangsort:
  Schumann-Briefedition: Serie: II / Band: 19
Briefwechsel Robert und Clara Schumanns mit Korrespondenten in Leipzig 1828 bis 1878 / Editionsleitung: Thomas Synofzik und Michael Heinemann / Herausgeber: Annegret Rosenmüller und Ekaterina Smyka / Köln: Verlag Dohr / Erschienen: 2018
ISBN: 978-3-86846-029-2
362ff.
 



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