19.12.2019

Briefe



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ID: 21011 Brieftext


Geschrieben am: Montag 17.02.1896
 

Frankfurt a/M d. 17 Februar 96.

Liebste,
nur einige Dankesworte für Ihre so große Güte, und Ihre lieben Worte dazu. Es ist gar zu gut von Ihnen, daß Sie meine Wünsche so liebenswürdig erfüllen! –
Ich schicke Ihnen nun Drei Bilder zurück, die uns weniger |2| sympathisch sind. Vielleicht können Sie sie doch ’mal gebrauchen.
Wie freute mich zu hören von all den Genüssen, die Sie gehabt, während wir hier förmlich darnach schmachten. Ich kann ja leider nur genießen, was ich genau kenne, und im Zimmer höre. Mein Kopfleiden bleibt eben immer |3| Dasselbe, Tag und Nacht. Oft frage ich mich, wo nimmt der Mensch die Kraft her, solches Leid zu tragen, das Wochen lang keine Minute aufhört, dann ’mal etwa für eine oder zwei Stunden! es ist grausam! –
Marie geht es wieder fast ganz gut – sie dankt sehr, für Ihre Theilname.
Dank auch für das liebe Bild des |4| Pathenkindes!!! so darf man wohl nicht mehr sagen? Ach, könnte ich doch Sie Alle ’mal wieder sehen! –
Innigen Händedruck Ihnen und dem lieben Manne von Ihrer
alten treuen
Clara Schumann

  Absender: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Absendeort: Frankfurt am Main
  Empfänger: Fellinger, Maria (443)
  Empfangsort:
  Schumann-Briefedition: Serie: II / Band: 4
Briefwechsel Clara Schumanns mit Maria und Richard Fellinger, Anna Franz geb. Wittgenstein, Max Kalbeck und anderen Korrespondenten in Österreich / Editionsleitung: Thomas Synofzik und Michael Heinemann / Herausgeber: Klaus Martin Kopitz, Anselm Eber und Thomas Synofzik / Dohr / Erschienen: 2020
ISBN: 978-3-86846-015-5
334f.
 



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