19.12.2019

Briefe



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ID: 21599 Brieftext


Geschrieben am: Sonntag 12.01.1896
 

Frankfurt a/M d. 12 Jan: 1896

Lieber Herr Speyer
und liebe Antonie,
herzlich erfreut haben Sie mich Beide durch Ihr freundliches Gedenken und die lieben Wünsche zum Jahreswechsel, vor allem aber durch die ausführlichen Nachrichten über Sie und Ihre Familie. Reizend muß ja Ihr Weihnachtfest gewesen sein mit all |2| den Kindern, die schon selbst so viel zur Feyer beitragen konnten. Wie mögen die Großeltern sich daran ergötzt haben! einer Karte des Papa’s nach, die am 30 Dec: von Ridgehurst adressiert war, muß er doch bei Ihnen gewesen sein? in Ih-rem Briefe erwähnten Sie aber nichts davon?
Bei uns war das Fest sehr still, aber |3| Eugeniens Anwesenheit war uns doch ein Lichtblick. Leider verläßt sie uns schon übermorgen, dann wird es wieder ganz einsam. Marie, die vielmals für Ihre guten Wünsche dankt, ist wohl auf dem Wege der Besserung, aber es geht eben Schritt für Schritt, sie liegt doch noch viel zu Bett. Das war und ist noch eine schwere Prüfungszeit. Du, liebe Antonie, weißt, wie eng unser |4| Zu-sammenleben ist, u. wie ich Marie jeden Augenblick, den sie nicht mit mir ist, entbehre. Nun, Gott sey Dank, lichtet sich der Himmel doch et-was, und so darf man ja immer hoffen.
Nehmt, liebe Beide, meine innigsten Wünsche zum neuen Jahr nach-träglich, mögt Ihr alle Freude an den Kindern haben, und Gesundheit Euch Allen verliehen sein.
In alter, treuer Gesinnung Euere
Clara Schumann.

[Am oberen Rand Seite 4 auf dem Kopf] Marie und Eugi grüßen herz-lichst und danken für alle Wünsche. [Am linken Rand] Dieselben erwie-dernd.

  Absender: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Absendeort: Frankfurt am Main
  Empfänger: Speyer, Eduard und Antonie (2982)
  Empfangsort:
 



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