23.11.2019

Briefe



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ID: 21701 Brieftext


Geschrieben am: Samstag 01.12.1888
 

Frankf. a/m. 1. Dez.
Liebes Fräulein Wendt!
Zu meinem Kummer muß ich Ihnen heute mittheilen, daß meine Armschmerzen noch nicht soviel besser sind, daß ich es riskiren könnte, so bald öffentlich zu spielen. Ich habe Joachim gefragt, ob wir es nicht bis Anfang Januar verschieben können; geht das nicht, so muß ich verzichten.
Sie glauben nicht, was ich all die Zeit gekämpft habe; Nachts war ich stets entschlossen, das öffentlich Spielen ganz aufzugeben, am Tage, wenn ich die Arme freier fühlte, kam immer wieder der Muth; es wäre aber Leichtsinn, wollte ich jetzt etwas unternehmen. Die Sache macht mir eine große Störung, weil ich in Leipzig für Januar zugesagt, u. das nun auch wieder umändern müßte, eben so hier.
Sobald etwas entschieden ist, theile ich es Ihnen mit und danke nur heute noch für Ihre freundliche Karte neulich.
Von Herzen
Ihre
getreue
Cl. Schumann.

P. S. Der Tod der armen Noville hat mich sehr bestürzt, u. so viel muß ich an die arme Mutter denken, die nun ganz allein steht; was fängt diese nun an? Ich schrieb ihr, frug aber natürlich nicht darnach.

  Absender: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Absendeort: Frankfurt am Main
  Empfänger: Wendt, Mathilde (1688)
  Empfangsort:
  SBE: II.14, S. 190f.
 



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