19.12.2019

Briefe



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ID: 22231 Brieftext


Geschrieben am: Montag 13.07.1868
 

Liebe Freundin,
Auf Ihre Mitteilung habe ich an Freund Joachim geschrieben, dß ich unter allen Umständen bereit wäre sein Bildniß zu malen und daß ich ihn bäte mir zu den ersten Tagen des July hierher eine Nachricht zukommen zu lassen wie u wann wir die Operation vornehmen könnten. Es wäre mir der Monat July sehr passend hierzu. –
Da ich nun bisher keine Antwort erhalten, so hat entw. Joachim meinen Brief nicht erhalten oder er hat Gründe mir nicht zu erwidern. Sollte Letztres der Fall sein, so können Sie und er überzeugt sein, dß ich sie respectire. Sollte es aber nur ein Versehen [oder Unordnung der Post] sein, so würde ich sehr bedauern, wenn ein solches Schuld daran wäre, dß ich sein Bild nicht malen könnte.
Da ich nun, wie Sie begreifen werden, mich direct nicht an J. wenden kann, so bitte ich Sie mir gelegentlich eine Auskunft zu ertheilen. Sie sagten mir, dß gerade jetzt, vielleicht nur jetzt, ein günstiger Zeitpunkt für Joachim sei – ebenso wissen Sie, dß ich Mitte August auf 3–4 Wochen eine Nachkur brauchen muß.
Es würde mir unendlich leid sein, wenn irgend ein Zufall die Sache unmöglich machen sollte; den Vorwurf möchte ich mir nicht machen lassen! Deßhalb bin ich so frei Ihre viel in Anspruch genommene Feder auch noch in Bewegung zu setzen.
Uebrigens bedarf es hoffe ich nur ein paar Zeilen, entweder an mich, dß Joachim nicht kann oder an Joachim ob er meinen Brief erhalten. Hat er ihn nicht erhalten, so solle er unverzüglich herkommen, sich nur anmelden (vorausgesetzt, dß er noch Lust hat.).
Hoffentlich geht’s Ihnen trotz Schnee u Eis gut; wir sitzen in südlicher Hitze u schmachten etwas nach Feuchtigkeit. – Lida u mir so wie allen Kindern geht’s gut.
Herzlichen Gruß an Elise welche ich leider in Frankfurt nicht gesehen.
Hübner versprach mir, in Dresden Ihren Wünschen gemäß Schritte zu thun.
Meine besten Wünsche begleiten Sie!
Ihr
sehr ergebener
E Bendemann

Ddf. 13 July 68

dß Joachim unter allen Umständen durch Ihre Worte nicht gebunden ist, versteht sich von selbst.

  Absender: Bendemann, Eduard (174)
  Absendeort: Düsseldorf
  Empfänger: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
Empfangsort: St. Moritz
  SBE: II.6, S. 132ff.
 



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