23.11.2019

Briefe



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ID: 22888 Brieftext


Geschrieben am: Mittwoch 11.03.1891
 

Wien, den 11. März 1891.

Liebe Clara,

morgen denke ich nach Meiningen abzufahren, und fast bedenklich ist mir die Lehre gepredigt, daß man weiter nichts zu denken und zu planen braucht!

Die sizilianische Reise ist zu Wasser geworden. Hegar wollte mit, und da neulich ganz unerwartet seine Frau starb, hat auch der Dritte vom Bund, Herr Widmann, die Lust verloren und möchte die Reise für den Herbst aufsparen.

Deinetwegen und Deiner Reise zu Ostern wollte ich jetzt schon in Frankfurt sein! Nun reist Du erst im April, und ich kann also ruhig so etwa den 20. Dich besuchen?

Solltet Ihr etwa über Ostern nach Baden oder wohin gehen, so wäre mir das eigentlich sehr lieb - ich fürchte etwas die vielen Bekannten in Frankfurt. Falls Du über das Fest oder überhaupt verreist, hast Du wohl die Güte und schreibst es mir nach M. (im Schloß). Ich weiß nicht, was mir lieber wäre, ein paar Tage in Baden z. B. oder bei Dir im gar so behaglichen Haus. Jedenfalls hoffe ich also auf ein Wiedersehen, und wenn in M. nichts höre, melde ich einfach mein Kommen. Wie lange ich in M. gehalten werde, und was alles das Theater und Orchester Amüsantes bietet, weiß ich nicht - und so bis auf weiteres.

Herzlichst

Dein

Johannes.

  Absender: Brahms, Johannes (246)
Absendeort: [Wien ?]
  Empfänger: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Empfangsort:
 



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