19.12.2019

Briefe



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ID: 22932 Brieftext


Geschrieben am: Samstag 01.07.1893 bis: 31.07.1893
 

Liebe Clara,

ich hatte gehofft und geglaubt, Dein Leiden habe Dich einigermaßen verlassen, und bin recht betrübt, daß dies nicht der Fall ist.

Aber ich wundre mich, da? Du Dir bei einem längeren Aufenthalt nicht die Annehmlichkeit schaffst, ein Klavier aufs Zimmer zu nehmen. Jeder macht sich ein Vergnügen daraus, Dir eins zu schicken, und für wenig Geld kannst Du es ja auch haben, falls Dir das lieber ist.

Wirst Du denn in Interlaken auch keines haben? Mich interessiert es auch, weil es doch meinen Kopisten-Fleiß sehr reizt, wenn ich wüßte, daß er Dir auch nur ein kleines Viertelstündchen Freude machen könne.

In Basel bist Du wohl nur auf der Durchreise. Aber wenn Dir (etwa in Interlaken) beschriebenes Notenpapier lieb sein könnte, so sage mir ein kurzes Wort durch eine Karte. Es steht zu Diensten und ist nicht immer so grausam wie das letztemal.

Die Widmannschen Zeitungen sind natürlich nicht zurückzuschicken. Willst Du sie nicht gleich wegwerfen, so schneide eben die Feuilletons, seine Reisebeschreibung unten, ab, und wirft nur den übrigen Ballast in den Papierkorb. Das war eigentlich nur, was Du wissen wolltest! Mich verlangt aber immer nur nach sehr guten Nachrichten von Dir. Hoffentlich kommen sie und aus der Dir so behaglichen Schweiz immer vergnügt.

Herzlich grüßend

Dein dienstwilliger Kopist

J.B.

  Absender: Brahms, Johannes (246)
Absendeort: [Ischl ?]
  Empfänger: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Empfangsort:
 



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