19.12.2019

Briefe



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ID: 23004 Brieftext


Geschrieben am: Sonntag 01.04.1894 bis: 15.04.1894
 

Anfang April 1894.

Liebe Clara,

damit ich weniger nötig habe, Dich zu drängen, lasse ich die Noten vorher nach Berlin gehen. Herr Spitta wird sie Dir im Laufe der Woche schicken.

Du wirst aber erschrecken über die Sintflut von Liedern die über Dich hereinbricht - und mein bisschen Sonnenschein vorstellen soll! Ich bitte nochmals: mache Dir es bequem, nasche nur ein wenig davon, ganz beiläufig und lustig. Auch bitte ich Dich ernstlich, mit dem Lied auf Seite 75 anzufangen (!!!!!) und dann weiter (!) zu spielen, die kleinen Sachen mit Chor. Ich glaube, die werden Dir leicht eingehen - dann versuche etwa, ob des mehreren gelingt?! Auch bei den Texten wird es nicht immer der Fall sein. Aber einige müßten Dich interessieren oder rühren, z. B. das "Schwesterlein", wenn Du die Situation des armen eifersüchtigen Mädchens bedenkst. Bei Gunhilde und der Geschichte Seite 6 denke an die Peri, und was die Reueträne bedeutet. Die Nonne und die Rittersfrau führen ein bedenkliches Leben, aber da sie bereuen und büßen, so neigen sich hier die Lilien und betet dort ein Engel für die Sünderin. Na -- usw.

Ich wünsche gar nicht, daß Du die Geschichten so ernsthaft ansiehst, auch sind die Gedichte oft nur unvollständig und deshalb unverständlich.

[...]

Herzliche Grüße, und möchtest Du recht guter Gesundheit und guter Laune an die Wiener Lieder gehen.

Herzliche Grüße

Deines

Johannes.

  Absender: Brahms, Johannes (246)
Absendeort: [Wien ?]
  Empfänger: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Empfangsort:
 



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