23.11.2019

Briefe



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ID: 23419 Brieftext


Geschrieben am: Freitag 23.08.1895
 

Interlaken, den 23. August 1895.

Lieber Johannes,

da komme ich noch 'mal, zürne nicht deshalb. Meine Bitte betrifft vor allem die eine Stelle in der Des dur-Skizze, die Du geändert wünschtest, wegen der Schwierigkeit. Ich opfere aber den einen Ton im Akkord der linken Hand schwer, und schwer auch das Ges, das Du in Es verwandelt hast. Mir fiel nun ein, man könnte, wie folgt, ganz leicht setzen. Der eine Ton im Akkord mehr gibt dem Klange etwas besonders Schwärmerisches, ich denke dabei immer an eine Äolsharfe. Ist es aber überhaupt erlaubt, daß ich diese halben Noten (eigentlich beim Komponisten eine innere "Stimme") hinzufüge? Gespielt habe ich es immer so, und Robert hat nie etwas dagegen gesagt.

Dann folgt auch der Titel - wie findest Du ihn, ist er ganz klar?
Bitte, antworte mir hieran gleich, und sei mir nicht bös.

Eben erhielt ich das à 4/m. der Sonaten, bin aber etwas ängstlich mit Klengel, er schreibt oft so schwer spielbar. Nun, wir werden ja sehen. Dank heute für die von Dir veranlaßte Sendung. Herzlichstes von uns dreien dahier.

Deine alte

Clara.

Von einer Auffindung der Leichen der beiden jungen Leute hört man nichts.

Widmann besuchte uns, leider nur eine Stunde - aber, es freute uns sehr.

  Absender: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Absendeort: Interlaken
  Empfänger: Brahms, Johannes (246)
  Empfangsort:
 



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