11.04.2023

Briefe



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ID: 26816
Geschrieben am: Montag 21.06.1880
 

Frankfurt a/m d. 21 Juni 80.
Liebste Mila,
es naht die Zeit, wo ich auf der Durchreise über München komme. Ich hörte daß es Elisen noch immer nicht besser gehe, daß Du aber, Gott sei Dank, doch leidlich wohl seyest! ich vermuthe nun, daß Ihr so lange ruhig in M. bleibt als Elise nicht besser ist. Die arme Elise, könnte |2| man ihr doch helfen!
Ich schrieb Dir lange nicht, wußte aber immer von Euch. Was jetzt Alles auf mir lastet, davon hast Du keinen Begriff, es übersteigt oft meine Kräffte, die jetzt aber auch sehr gering mehr sind! die Schule bringt doch enorm viel Nebensächliches mit sich, das aber erledigt sein muß, u. nie aufhört. Schreibe mir vor allem, ob ich Euch finde? wir wollen Anfang Juli (6 – oder 7ten) nach Süd-Tyrol |3| hoch auf die Berge, für mich im mer das Beste. Ich habe so gar Vieles mit Dir, meine alte gute Freundin, zu sprechen – Bogen würden nicht ausreichen, noch weniger meine Arm-Krafft, so denn mit Gott bald mündlich! –
Grüße die gute Elise innigst, und seyd Beide umarmt von Euerer
alten
Clara.
Die Kinder grüßen sehr, wir Alle auch Hedi u. Lina.
[Umschlag]
Fräulein
Emilie List.
Adr. Frau Elise v. Pacher.
München
Gartenstrasse 35.

  Absender: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Absendeort: Frankfurt am Main
  Empfänger: List, Emilie (962)
  Empfangsort: München
  Schumann-Briefedition: Serie: II / Band: 8
Briefwechsel Robert und Clara Schumanns mit der Familie List und anderen Münchner Korrespondenten / Editionsleitung: Thomas Synofzik und Michael Heinemann / Herausgeber: Ekaterina Smyka / Dohr / Erschienen: 2022
ISBN: 978-3-86846-019-3
618f.

  Standort/Quelle:*) Slg. Cornides 174
 
*) Die Auflösung der Kürzel für Bibliotheken und
Archive finden Sie hier: Online Directory of RISM Library Sigla
 
 



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