19.12.2019

Briefe



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ID: 5254 Brieftext


Geschrieben am: Dienstag 16.06.1840
 

Lieber Freund!
Entschuldigen Sie meine scheinbare Saumseligkeit. Freitag Abend, als ich [mich] Fräul. Clara, die eben zu Ihnen nach Leipzig wollte empfahl, ahnte ich noch nicht, daß in wenigen Stunden, Sonnabend früh um 1 1/2 Uhr mein zweiter Knabe bereits seinem ältern Bruder in jenes Land gefolgt sein würde, das wir uns alle scheuen zu betreten. Sagen Sie Ihrer Braut, daß die Krankheit, von der ich Ihr sprach, diesen schrecklichen Ausgang genommen habe. Und den Brief, den ich Ihr vordem nach
Leipzig geschrieben wegen des Conzerts, bitte ich zu vernichten oder mir zurückzugeben. Mad. S.-Devrient hat es nicht der Mühe werth gehalten mir zu antworten. Diese herrliche Frau wird nun, leider gibt es mehrere Sympthome bereits, wirklich gemein, je älter sie wird. Sie ist mir manchen Dank schuldig u. antwortet nicht einmal auf solchen Brief. Pfui! Nächstens schreib ich mehr.
Ihr F. H. Truhn.

Hat Schlesinger Op. 35 von mir eingeschickt?

Sr Wohlgeboren
Herrn Dr. Rob. Schumann
Redacteur der neuen Zeitsch. für
Musik.
Leipzig.
Im rothen Colleg

[BV-E, Nr. 1571a:] Mit Mscript.

  Absender: Truhn, Friedrich Hieronymus (1602)
  Absendeort: Berlin
  Empfänger: Schumann, Robert (1455)
  Empfangsort:
  SBE: II.17, S. 838f.
 



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