25.02.2022

Briefe



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ID: 5333
Geschrieben am: Donnerstag 29.10.1840
 

Dresden, Amalienstrasse No. 8.
Am 29. October 1840.
Verehrtester Herr Doctor!
Wenn Ew. Wohlgeboren Sich schon wieder mit einer Zuschrift durch mich belästigt finden, so haben Sie dieß Ihrer eigenen Güte und Nachsicht zu¬zuschreiben. Denn da Sie meine Geschichte hiesiger kön. Capelle gütigst zu Abdruck zu bringen begonnen haben, so kann ich die Anfrage nicht umgehen, ob mir damit – wie ich dieß früher schon vorauszusetzen mir erlaubte – angedeutet seyn solle, daß ich auch noch die Naumann-Schus¬terische Periode zu bearbeiten und Ihnen einzusenden habe, oder nicht? Das Erstere ist das Wahrscheinlichere deßhalb, weil ausserdem jeder In¬teressent Ihrer Zeitung nur ein halbes Werk über den so interessanten Gegenstand einst besitzen würde, welches ihm zuletzt wenig nützen und gefallen könnte, wiewohl ich mit dem Bisherigen schon von namhaften Musikern und Musikfreunden hier Lob und Dank geärndtet habe. Unter diesen Umständen nun und Ihre wenige Musse wohl beherzigend schlage ich vor, daß Sie mir, wenn ich Ihren Willen nicht getroffen hätte, mein wei¬teres Vornehmen ausdrücklich verbieten; daß ich dagegen Ihr Schweigen als Zustimmung auslegen darf.
Nächsten Montag beginnen die Hartungischen Winter-|2|Abonnementsconcerte. Und damit Sie sehen, wie es dem Chore Ernst sey mit guter Musik, setze ich die zu gebenden Stücke hierher:
Ouv. von Beethoven, op. 124.
Ein Flöten-Solostück, gesetzt und geblasen von Zech, einen sehr hoffnungsreichen Schüler Fürstenau’s.
Kalliwoda’s Symphonie No. 5 (hier noch nirgends gehört)
Mendelssohn-B.: Meeresstille und glückliche Fahrt.
Beethovens Septett. Endlich
Weber: Ouv. zur Euryanthe.
Bedenkt man, daß Gesang ein für allemal ausgeschlossen bleiben soll, so kann man die Auswahl gewiß nur loben. Es läßt sich aber für alle 8 Concerte das Gleiche hoffen.
Daß unser unersetzlicher Kotte, den die Aerzte völlig aufgegeben hat¬ten, wieder hergestellt und thätig sey, wird Ihnen sicherlich bekannt seyn.
Mit alter treuer Hochachtung und Ergebenheit stets der Ihrige,
Albert Schiffner.

  Absender: Schiffner, Christian Albert (1340)
  Absendeort: Dresden
  Empfänger: Schumann, Robert (1455)
  Empfangsort:
  Schumann-Briefedition: Serie: II / Band: 22
Robert und Clara Schumann im Briefwechsel mit Korrespondenten in Dresden / Editionsleitung: Thomas Synofzik und Michael Heinemann / Herausgeber: Carlos Lozano Fernandez und Renate Brunner / Dohr / Erschienen: 2021
ISBN: 978-3-86846-032-2
465-467

  Standort/Quelle:*) PL-Kj, Korespondencja Schumanna, Bd. 10 Nr. 1699
 
*) Die Auflösung der Kürzel für Bibliotheken und
Archive finden Sie hier: Online Directory of RISM Library Sigla
 
 



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