19.12.2019

Briefe



Rückwärts
	
ID: 6080 Brieftext


Geschrieben am: Freitag 17.08.1838
 

Dornreichenbach den 17t Aug 38.

pp.
Indem ich Ihnen beifolgende kürzer gefaßte Anzeigen für die musik Zeitschrift übersende und für das unerwartet bewilligte Honorar meinen Dank abstatte, erlaube ich mir die Bitte, mich Florestan und Eusebius zu empfehlen mit dem Wunsche meine übersendeten Lieder freundlich und mit Nachsicht auf zu nehmen. Da sie mit beyden immer zusammen sind, so daß Sie für die musikalische Dreieinigkeit gelten könnten, <so> wären <s>Sie wohl so gütig, ihnen zu sagen, daß die Triolen am Schlusse des Liedes: Ossian, gegen welche man leicht Einwendungen machen könnte, nicht ohne Grund geschrieben sind. Ich wollte den alten Sänger über dem Anschaun seiner geschiedenen Helden sich so verklären lassen, wie er selbst in seinen Gedichten es andeutet; denn nach ihm sind die verklärten Leiber seiner Helden so ätherisch, daß man die Sterne durchschimmern sieht. Mir kommt’s auch immer vor, als gleiche der Tod eines Dichters dem Reißen einer Saite. Der Ton hallt fort und zerreißt nicht mit ihr.
Mit nächster Gelegenheit sende ich Ihnen die 11 durchgesehenen Hefte Gesänge zurück.
Mit Hochachtung und Ergebenheit
Julius Becker.

  Absender: Becker, Julius (165)
  Absendeort: Dornreichenbach
  Empfänger: Schumann, Robert (14753)
  Empfangsort:
  Schumann-Briefedition: Serie: II / Band: 19
Briefwechsel Robert und Clara Schumanns mit Korrespondenten in Leipzig 1828 bis 1878 / Editionsleitung: Thomas Synofzik und Michael Heinemann / Herausgeber: Annegret Rosenmüller und Ekaterina Smyka / Köln: Verlag Dohr / Erschienen: 2018
ISBN: 978-3-86846-029-2
242f.
 



Wir verwenden Cookies, um Ihnen den bestmöglichen Service zu gewährleisten (Mehr Informationen).
Wenn Sie auf unserer Seite weitersurfen, stimmen Sie bitte der Cookie-Nutzung zu. Ich stimme zu.