25.02.2022

Briefe



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ID: 9326
Geschrieben am: Dienstag 23.12.1862
 

Berlin d. 23 Dec. 1862

Lieber Joachim,

meinen innigsten Gruß zum Weihnachtsfest muß ich Ihnen doch senden, und Etwas beilegen das Sie, hoffe ich, ein wenig erfreuen wird, präsentiert es sich auch äußerlich eben nicht so besonders, eigentlich sogar garstig. Ich habe aber die Partituren nicht binden lassen, weil ich nicht wußte, ob Ihnen die alten Bände nicht am Ende lieber wären als Neue? Außerdem folgt auch gleich etwas Prosa mit, eine Stolle, die Sie ja gern essen, und die Ihnen zum Kaffee schmecken soll. Leider mußte ich wegen Kürze des Kistchens eine Ecke abschneiden, was mir recht komisch war, indem auch an der einen Partitur die Ecke der schadhafte Fleck. Feyern Sie den heiligen Abend recht froh, ich werde Sie mir im Geiste bei Scholzens denken, und gönne ihnen die Freude von Herzen, wenngleich sie schuld sind, daß ich Sie missen muß – empfinden werde ich es genug!
Mit herzinnigem Gruße
Ihre
alt getreue
Cl. Schumann.

  Absender: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Absendeort: Berlin
  Empfänger: Joachim, Joseph (773)
  Empfangsort:
  Schumann-Briefedition: Serie: II / Band: 2
Briefwechsel Robert und Clara Schumanns mit Joseph Joachim und seiner Familie / Editionsleitung: Thomas Synofzik und Michael Heinemann / Herausgeber: Klaus Martin Kopitz / Dohr / Erschienen: 2019
ISBN: 978-3-86846-013-1
702f.

  Standort/Quelle:*) D-Zsch, s: 6446-A2
 
*) Die Auflösung der Kürzel für Bibliotheken und
Archive finden Sie hier: Online Directory of RISM Library Sigla
 
 



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