19.12.2019

Briefe



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ID: 10422 Brieftext


Geschrieben am: Dienstag 10.12.1872
 

Wien d. 10 Dec. 1872.
Lieber Levi
ich möchte Ihnen hierdurch nur sagen daß das Triumphlied am Sonntag herrlich von statten gegangen ist. Die Wirkung mit dem Orchester, Chor und Orgel war eine mächtige! es wurde so gut aufgenommen, wie wir es nur bei erstmaligem Hören erwarten durften. Marie sendet einige Aufsätze für Sie. Es geht Ihnen doch gut? und, wie ich von Brahms höre, auch Allgeyer! das freut mich sehr. Ich redete Johannes sehr zu, zum Mittwoch nach München zu gehen – es ist ja so leicht. Ich denke nun auch am Montag Wien zu verlassen. Unsere Concerte waren brillant, das Letzte übervoll, eben so in Pest. Leider war der Saal bis Weihnachten nicht mehr zu haben, so daß wir kein 4tes Concert geben konnten. Nächsten Herbst, so Gott will, hole ich nach.
Was mit uns später wird – der Himmel weiß es! ich sinne und sinne in welche Stadt ich mich wenden soll! Berlin wäre wohl der beste Ort, trotz Allem, aber zu enorm theuer und ungemüthlich – auf Gemüthlichkeit für mein übriges Leben noch zu verzichten, das wäre mir unendlich schwer.
Weihnachten sind wir in Berlin – Sie in Carlsruhe?
Gehe es Ihnen so gut wie möglich dies ist immer der innigste Wunsch Ihrer
Clara Schumann.

  Absender: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Absendeort: Wien
  Empfänger: Levi, Hermann (941)
  Empfangsort:
  Schumann-Briefedition: Serie: II / Band: 5
Briefwechsel Robert und Clara Schumanns mit Franz Brendel, Hermann Levi, Franz Liszt, Richard Pohl und Richard Wagner / Editionsleitung: Thomas Synofzik, Michael Heinemann / Herausgeber: Thomas Synofzik, Axel Schröter und Klaus Döge / Köln: Verlag Dohr / Erschienen: 2014
ISBN: 978-3-86846-016-2
619f.
 



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