19.12.2019

Briefe



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ID: 10552 Brieftext


Geschrieben am: Dienstag 16.09.1873
 

Baden d. 16 Sept 73.

Liebe Ursi!

Zuerst Entschuldigung, daß ich wegen rheumatischer Schmerzen im Arm nicht selbst schreibe. Herzlichsten Dank Ihnen u. Ihrem lieben Manne für Ihre freundlichen Zeilen zu meinem Geburtstag. Ich habe nun heute noch eine besondere Angelegenheit an meine liebe Kollegin; es betrifft eine etwa zu gebende Soirée in Hamburg, u. Ave drängt schon jetzt unsern Ent-schluß darüber zu wissen, weil er den Saal nehmen müsse. Ich spiele dort am 21ten November und würde mir zu einer Soirée der 24 od. 25te gut passen. Haben Sie nun überhaupt Lust es wieder mit mir zu versuchen, so sagen Sie mir, aber bitte bald, was Sie meinen. Ich weiß Sie singen am 5ten December dort u. hätten dann freilich die Reise zweimal zu machen. Ihrem Briefe nach sind Sie noch in Norderney – möchten Sie besseres Wetter haben, wie wir hier. Wir fangen bald an zu rüsten für den Umzug u. können Sie denken, wie viel wir zu thun haben.
Von Herzen
Sie Alle grüßend
Ihre
Clara Schumann.

Bitte fragen Sie doch Ihren lieben Mann, ob er vielleicht noch die Begleitung zu den Bach’schen Cellosonaten hat? Ich hatte sie ihm früher einmal geschickt und finde sie hier nirgends.

  Absender: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Absendeort: Baden-Baden
  Empfänger: Joachim, Amalie (771)
Empfangsort: Norderney
  Schumann-Briefedition: Serie: II / Band: 2
Briefwechsel Robert und Clara Schumanns mit Joseph Joachim und seiner Familie / Editionsleitung: Thomas Synofzik und Michael Heinemann / Herausgeber: Klaus Martin Kopitz / Dohr / Erschienen: 2019
ISBN: 978-3-86846-013-1
1130f.
 



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