15.07.2019

Briefe



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ID: 10599 Brieftext


Geschrieben am: Dienstag 20.01.1874
 

Berlin, den 20. Januar 1874.

In den Zelten 11 jetzt.

Lieber Johannes,

nach Empfang Deiner lieben Zeilen gestern ging ich gleich zu Frau Joachim, um sie zu fragen, ob ich nicht veranlassen sollte, daß sie in dem Konzert am 29. aufgefordert würde - da bringt sie mit fröhlichem Gesicht die eben empfangene Einladung Röntgens, und nun wollte sie gleich schreiben wegen der Rhapsodie. Wie freut mich das, doppelt nun, da Dich's freuen würde.
Freges, welche jetzt hier sind, lassen mich wohl kaum los, bei ihnen zu wohnen, ich wollte ins Hotel, das war schon bestimmt, davon wollten sie aber durchaus nicht hören - ich muß nun sehen - lavieren, daß ich so viel als möglich bei Euch bin und nicht dort beleidige. - Dienstag denke ich zu kommen. Nota bene, ehe Du nach Leipzig kommst, möchte ich Dir von Peters (Dr. Abraham) gesagt haben, daß er so sehr von Dir zu verlegen wünscht - siehst Du ihn also, bitte, so sage, daß ich Dir schon davon geschrieben habe - ich bin ihm sehr verpflichtet.
Und noch eines. Doch darüber sprachen wir!

Mit dem Arm geht's schlecht- ich schreibe ein Engagement nach dem andern ab- doch, das wäre mir das wenigste, aber mein Klavier steht geschlossen seit Wochen, das ist hart! Da heißt's, den Mut aufrecht halten. Ich hoffe, die Zeit in Leipzig soll meine Seele stärken.

So denn auf Wiedersehen.

Von ganzem Herzen

Deine Clara.

  Absender: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Absendeort: Berlin In den Zelten 11 jetzt.
  Empfänger: Brahms, Johannes (246)
  Empfangsort:
 



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