19.12.2019

Briefe



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ID: 10602 Brieftext


Geschrieben am: Freitag 04.02.1876
 

Berlin d. 4 Febr. In den Zelten 11.
Liebe Freundin,
Sie errathen gewiß was mich heute so direct zu Ihnen führt. Ich wollte fragen, ob Sie uns, oder vielleicht auch, mich allein für einige Tage bei sich aufnehmen können? ich bin zu einem Concert engagirt, von welchem ich mich gern losgemacht hätte, da ich neuerdings wieder viel Schmerzen in den Armen habe, aber der Herr Ries bat so dringend, daß ich nicht entschieden absagen mochte. Dies war aber der Grund, daß ich nicht früher bei Ihnen schon anfragte. Sie wissen, liebe Frau Hübner, daß ich es nicht übel nehme, wenn Sie mir offen sagen daß es Ihnen nicht paßt, so leid es mir freilich thäte. Ich dachte Sonntag d. 13ten zu kommen und etwa bis Mittwoch zu bleiben. Es wird mir aus anderen Gründen auch recht schwer jetzt nach Dresden zu gehen, doch man darf sich auch nicht zu sehr an kleinliche Verhältnisse ketten – besser, dem Drucke derselben energisch entgegen gehen. Mündlich bald mehr darüber und manches Andere.
Von ganzem Herzen Sie und Ihren theueren Mann grüßend
Ihre
altergeb
Clara Schumann.

  Absender: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Absendeort: Berlin
  Empfänger: Hübner, Julius und Pauline (2459)
  Empfangsort:
  Schumann-Briefedition: Serie: II / Band: 6
Briefwechsel Robert und Clara Schumanns mit Eduard Bendemann, Julius Hübner, Johann Peter Lyser und anderen Dresdner Künstlern / Editionsleitung: Thomas Synofzik, Michael Heinemann / Herausgeber: Renate Brunner, Michael Heinemann, Irmgard Knechtges-Obrecht, Klaus Martin Kopitz und Annegret Rosenmüller / Köln: Verlag Dohr / Erschienen: 2014
ISBN: 978-3-86846-017-9
627f.
 



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