15.07.2019

Briefe



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ID: 10790 Brieftext


Geschrieben am: Freitag 01.10.1880
 

Frankfurt d. 1 Oct. 80.
Liebe Freundin!
Telegrafisch haben wir uns nun wohl begrüsst, u. hatten so voneinander ein Lebenszeichen; ich wüsste aber doch gern einmal wieder, wie es Ihnen Beiden geht, und bitte Sie, sich einmal ein halbes Stündchen dazu zu nehmen. Sie wissen ja, welche ungeheure Ansprüche an mich (jetzt noch mehr als früher) gemacht werden! Wäre dies nicht, so hätte ich schon längst einmal nach Ihnen mich erkundigt. Wir sind nun Ende Sept. wieder hierher zurückgekehrt, und beginnen jetzt wieder unsere musikalische Thätigkeit, die sich, wie Sie denken können, eher vergrössert als verringert. Gott sei Dank sind wir Alle Drei wohl u. vertragen das Clima hier sehr viel besser als in Berlin. Von unserer Elise hatten wir auch immer sehr gute Nachrichten; sie hat seit Juli den zweiten Jungen, und schreibt sehr beglückt über Mann u. Kinder.
Vieles, was ich wohl mit Ihnen plaudern würde, kann ich wegen Mangel an Zeit nicht zu Papier bringen; ich hoffe aber doch sehr diesen Winter eine Woche für Berlin erübrigen zu können, u. dort mal wieder zu concertiren.
Leben Sie wohl; üben Sie Nachsicht mit diesem Wenigen u. senden Sie bald ein Wort, (bitte dann auch v. Steinthals zu schreiben)
Ihrer –
alt getreuen
Clara Schumann.

  Absender: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Absendeort: Frankfurt am Main
  Empfänger: Lazarus, Sarah (918)
  Empfangsort:
  SBE: II.18, S. 272ff.
 



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