15.07.2019

Briefe



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ID: 10830 Brieftext


Geschrieben am: 05.11.1876
 

Hamburg d. 5 Nov. 1876.
Lieber Levi
am 7ten möchte ich nicht fehlen, möchte daß Sie erinnert würden an meine immer neuen Wünsche für Ihr Wohl! vor allem Gesundheit, denn freilich noch manches Andere. Vor allem Freudiges im neuen Jahr wird Ihnen Brahms Wiederkehr nach München, und wie ich annehmen muß, da er mir Ihre Adresse angegeben, als Ihr Gast sein, und so klärt sich dann Dieses auch wieder. Sie werden nun auch seine Symphonie hören – gestern war sie in Carlsruhe – ich habe so viel dahin gedacht. Am Clavier hörte ich sie wohl, aber ein Anderes ist es doch, wenn es erst Alles klingt, wie es gedacht ist.
Von Ihrem Leben weiß ich jetzt eigentlich so gar nichts, wie geht es mit Ihrer Gesundheit?
Mein Briefchen von neulich haben Sie wohl erhalten – die Genovefa-Frage wieder einmal!
In wenig Tagen kehre ich endlich nach Berlin zurück – wie sehne ich mich endlich ’mal wieder nach Haus zu kommen!
Es ist mir übrigens aber sehr gut gegangen, ich habe sehr glücklich überall gespielt, nun werde ich einige Wochen ruhen.
Elise kommt auch am Mittwoch, und so hoffe ich auf eine heitere Zeit, oder gemüthlich wenigstens – Heiterkeit ist schwer bei so vielen Sorgen.
Jetzt muß ich schließen und thue es mit einem warmen Händedruck. Marie, die bei mir ist8 sendet ihre besten Wünsche.
In treuer Gesinnung
Ihre
Clara Schumann.

  Absender: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Absender-Institution:
  Absender Ort: Hamburg
  Empfänger: Levi, Hermann (941)
  Empfänger-Institution:
  Empfänger Ort:
  SBE: II.5, S. 729f.
 



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