19.12.2019

Briefe



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ID: 10944 Brieftext


Geschrieben am: Samstag 22.09.1877
 

Lichtenthal d. 22 Sepbr 1877.
Lieber, verehrter Freund,
Dank für Ihre so schnelle Antwort! ich habe die Sache einem Musiker übertragen, denn, schriebe ich selbst an Rietz, so müßte Dieser wohl Anstands halber mir die Partitur unentgeltlich zurück geben, und unter den Verhältnissen, wie Sie sie erwähnen, möchte ich Solches nicht annehmen.
Wie traurig ist das, was Sie mir mittheilten, welch miserables Volk es doch giebt! –
Ich hoffe sehr Sie diesen Winter endlich ’mal wieder zu sehen – Sie wissen ja, was mich von Dresden immer zurückhält, dazu kommt noch, daß ich mich jetzt doch auf wenige Concerte beschränken muß, da ich haushälterisch mit meinen Kräften sein muß.
Haben Sie und Ihre liebe Frau besondern Dank, daß Sie meiner so wohlwollend gedachten, für die guten Wünsche für meine Elise auch besonderen Händedruck. Leider muß ich sie weit fort lassen, aber, ich glaube, der Mann, den ich in kurzer Zeit lieb gewann, wird sie glücklich machen, und in solcher Hoffnung müssen ja alle eigenen Wünsche schweigen.
In alter treuer Gesinnung nochmals dankend grüßt Sie Beide von ganzem Herzen
Ihre
Clara Schumann.

Marie grüßt angelegentlichst.

  Absender: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Absendeort: Lichtenthal
  Empfänger: Hübner, Julius und Pauline (2459)
  Empfangsort:
  Schumann-Briefedition: Serie: II / Band: 6
Briefwechsel Robert und Clara Schumanns mit Eduard Bendemann, Julius Hübner, Johann Peter Lyser und anderen Dresdner Künstlern / Editionsleitung: Thomas Synofzik, Michael Heinemann / Herausgeber: Renate Brunner, Michael Heinemann, Irmgard Knechtges-Obrecht, Klaus Martin Kopitz und Annegret Rosenmüller / Köln: Verlag Dohr / Erschienen: 2014
ISBN: 978-3-86846-017-9
632f.
 



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