20.11.2018

Briefe



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ID: 10998 Brieftext


Geschrieben am: 01.04.1878
 

Berlin d. 1 April 1878.

Lieber Herr v. Herzogenberg

gar zu gern möchte ich Ihnen doch selbst für Ihre lieben Briefe danken – beschämt fühle ich mich stets bei all dem was Sie und Ihre liebe Frau mir sagen, wie wünschte ich, es wäre Alles so, wie Sie es in Ihrer so herzlichen Gesinnung für mich ansehen! Das aber kann ich mit gutem Gewissen sagen, daß ich Ihnen Beiden von ganzem Herzen zugethan bin – ein Verdienst ist das freilich nicht! – Vor allem nun die Mittheilung, daß ich gestern den Vertrag mit Frankf. unterschrieben habe, der Würfel ist also gefallen! gebe der Himmel, daß es zu unserem Besten sey.
Wie freundlich haben Sie sich für mich bemüht! ich habe Einiges doch gefunden was mir sehr lieb ist, und einstweilen behalten, das Andere erhalten Sie dieser Tage zurück, vielleicht schicke ich aber <> besser Alles zurück, notire mir, was ich fand, und erbitte es mir erst, wenn ich es brauche? Denn so viel mir nicht Gehöriges da liegen zu haben, ist mir unheimlich. An Schubring schreiben Sie, bitte, nicht, es ist einstweilen nicht nöthig, und ich notire mir nur seinen Namen. (Ich habe die Davidsbündler im Manuscript zu erhalten in Aussicht.)(durch Brahms.) Ob ich schon von der neuen Ausgabe sprechen darf, weiß ich nicht, glaube aber nicht daß es Geheimniß ist. Hier sind die Leute (alle meine Bekannte) mehr bestürtzt, daß ich fort gehe, als ich es geglaubt hätte, und nun wird mir erst das Herz recht schwer! doch, der Gründe sind zu Viele <> dafür. Heute erhielt ich einen Brief von Schöne wegen der Hochschule; Stockhausen will man ein Fixum bieten, (<>vom Stern’schen Verein) wenn er bleibt, warum aber all das erst jetzt?
Lassen Sie Ihre theuere Frau mir bald wieder ein Wörtlein senden, und, haben Sie nochmals Dank für Ihre vielfachen Bemühungen.
In treuer Ergebenheit Ihre
Clara Schumann.

  Absender: Schumann, Clara, geb. Wieck, Clara (3153)
  Absender-Institution:
  Absender Ort: Berlin
  Empfänger: Herzogenberg, Heinrich u. Elisabeth von (2429)
  Empfänger-Institution:
  Empfänger Ort:
  SBE: II.15, S. 432f.
 



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