15.07.2019

Briefe



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ID: 11004 Brieftext


Geschrieben am: 05.05.1878
 

Berlin d. 5 Mai 1878.

Verzeihen Sie im Voraus die Flucht dieser Zeilen!
Tausend Dank für das reizende Geschenk, meine lieben Freunde! Das liebe Lisel hat wohl auch seinen Theil daran! Wie bin ich jetzt gehetzt – plauderte so gern ein wenig, aber ach, daran ist nicht zu denken! jetzt macht sich bei uns die entsetzlichste Prosa breit, so daß wir uns ganz andere Menschen fühlen als sonst!
Denken Sie, ich gebe das Metronomisiren auf. Gott, ist das eine Qual! heute fixire ich ein Tempo, morgen fände ich es unrichtig – das ist ja zum Verzweifeln. Ich lasse es – wer die Tempi’s nicht selbst findet, mag ganz von den Werken bleiben. Lassen Sie uns doch Ihre Adressen wissen. Ich trage mich viel mit dem Gedanken, daß wir uns im Herbst sehen – es ist mir ein lieber Gedanke!
Händedruck Ihnen und dem theueren Weibchen. Ihre Cl. Sch.

Sie erhalten die Noten v. Frau Dr Braune zurück, bitte lassen Sie sie ihr wieder m. Dank zukommen. Ich bin ganz außer mir über die armen Holstein’s! bitte, sagen Sie ihnen meine theilnehmendsten Grüße!

  Absender: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Absender-Institution:
  Absender Ort: Berlin
  Empfänger: Herzogenberg, Heinrich u. Elisabeth von (2429)
  Empfänger-Institution:
  Empfänger Ort:
  SBE: II.15, S. 437f.
 



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