19.12.2019

Briefe



Rückwärts
	
ID: 11024 Brieftext


Geschrieben am: Donnerstag 06.03.1879
 

Frkf. a/m d. 6 März 1879.

Geehrter Herr Director

Sie sagten gestern Sie seyen bös auf meine Marie. Nachdem ich über die Ursache hin und her gedacht, fiel mir Herr Heilbut ein. Ich hatte Demselben nochmals vorgestellt, daß er ganz ohne Talent sey und |2| ihm gesagt, ich könne ihn in meiner Classe nicht länger als das Semester behalten. Er schien dies einzusehen, und frug aber, ob er den Unterricht bei Marie fortsetzen könne? (er behauptete nie daran gedacht zu haben zu Ostern abzugehen) ich erwiederte, daß ich nicht wisse, ob er bei dem Mangel an Talent diesen |3| Extra Unterricht von Seiten der Schule beanspruchen könne ect. ich that es rein aus Scrupeln die ich mir darum machte. Wünschen Sie es nun aber dennoch daß Marie ihn fort unterrichte, so thut sie es natürlich, so wenig angenehm ihr dieser Schüler auch sein konnte. Sie sehen Marie war gänzlich schuldlos in dieser Sache. |4| Ihrer Bestimmung entgegen sehend mit freundlichstem Gruße
Ihre
ergb
Clara Schumann

  Absender: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Absendeort: Frankfurt am Main
Empfänger: Raff, Joseph Joachim (1222)
  Empfangsort:
  Schumann-Briefedition: Serie: II / Band: 16
Robert und Clara Schumanns mit Bernhard Scholz und anderen Korrespondenten in Frankfurt am Main / Editionsleitung: Thomas Synofzik und Michael Heinemann / Herausgeber: Annegret Rosenmüller und Anselm Eber / Dohr / Erschienen: 2020
ISBN: 978-3-86846-027-8
874f.
 

Fehlerbeschreibung*





Wir verwenden Cookies, um Ihnen den bestmöglichen Service zu gewährleisten (Mehr Informationen).
Wenn Sie auf unserer Seite weitersurfen, stimmen Sie bitte der Cookie-Nutzung zu. Ich stimme zu.