19.12.2019

Briefe



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ID: 11043 Brieftext


Geschrieben am: Dienstag 01.06.1880
 

Frkfurt a/m d. 1 Juni 1880

Geehrter Herr Director,

Sie haben die Zeilen meiner Tochter wohl erhalten, und daraus ersehen, daß sie sich nicht entscheiden kann Ihren freundlichen Vorschlag anzunehmen. Sie sehen selbst, wie nöthig es ist, daß ein Lehrer angestellt wird, der in gleicher Gesinnung mit mir wirkt, und von dem ich die Schüler sowohl technisch wie musikalisch |2| vorbereitet übernehmen kann. Meine Tochter wird mir gern nach wie vor hie und da bei Schülern, die schon in meiner Klasse sind behülflich sein, doch, das genügt ja nicht. Es kann die Anstellung eines solchen Lehrers, ja selbst bei größeren Geldopfern, doch nur ein Gewinn für die Schule sein, und ich glaube doch, daß es sich so arrangiren lassen würde, daß wir uns über die Art des Unterrichts besprechen, ohne ihm das Gefühl zu geben, als stünde |3| er unter mir. Ich komme auf Herr [sic] Grabau zurück, der mir sehr geeignet erscheint; Derselbe ist ein, durch Jahre lang ertheilten Unterricht erfahrener Lehrer, ein guter Musiker, und dabei ein zuverlässiger, feingebildeter Mann.
Theilen Sie mir Ihre Ansicht mit, geehrter Herr Director, und ob Sie vielleicht wünschen daß ich ’mal vorläufig anfrage? wäre es mit Hrn. Grabau nichts, so müßte man dann an Andere denken, und ließe sich darüber sprechen.
|4| Ihrem Weiteren entgegensehend
hochachtungsvoll
Ihre
ergb
Clara Schumann.

  Absender: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Absendeort: Frankfurt am Main
Empfänger: Raff, Joseph Joachim (1222)
  Empfangsort:
  Schumann-Briefedition: Serie: II / Band: 16
Robert und Clara Schumanns mit Bernhard Scholz und anderen Korrespondenten in Frankfurt am Main / Editionsleitung: Thomas Synofzik und Michael Heinemann / Herausgeber: Annegret Rosenmüller und Anselm Eber / Dohr / Erschienen: 2020
ISBN: 978-3-86846-027-8
885ff
 



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