15.07.2019

Briefe



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ID: 11047 Brieftext


Geschrieben am: 26.08.1878
 

München d. 26 Aug. 78 Abends.
Lieber Levi,
der Doctor hat mir eine Nota gesandt, ohne daß ich ihn darum befragte, sie betrug 20 Mark, und ich sandte diese durch den Ueberbringer, der auf Antwort wartete, sofort. Vielleicht hatte er Angst, ich würde ihn nicht bezahlen – ich weiß es nicht. Nun bitte ich Sie, nehmen Sie die 40 Mark aus dem Ihnen gegebenen Couvert, und senden Sie sie mir, etwa durch Eugenie, oder auch durch Post,nach Lichtenthal Poste restante. Bei Eschenbach erfuhr ich bei Gelegenheit einer Besorgung, daß der Gürtel 26 Mark gekostet habe, hätte ich also 2 Mark gut.
Ich schreibe Ihnen dies nur, damit Sie sich keine Mühe mehr darum geben.
Für Sie ist es mir lieb, daß Sie sich heute zerstreuten, für uns war es aber ein recht trauriger Tag. Sie haben uns durch Ihre warme Theilnahme und Freundschaft in all der Zeit verwöhnt. Mir ist das Herz voll – kann nicht viel sagen, aber ich denke, Sie fühlten beim Abschied, wie weh mir ums Herz war.
Der Doctor meinte heute Morgen, ich solle ja den Muth mit Felix nicht verlieren, er werde sich durch Ruhe ect. gewiß wieder aufraffen, werde noch viel wohler wieder werden.
Ach, es war nur ein blasser Lichtstrahl in ein hoffnungsloses Herz!
Bitte, grüßen Sie den lieben, genialen Lenbach von mir, und nun nochmals Lebewohl.
Getreu
Ihre
Cl. Sch.

  Absender: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Absender-Institution:
  Absender Ort: München
  Empfänger: Levi, Hermann (941)
  Empfänger-Institution:
  Empfänger Ort:
  SBE: II.5, S. 768f.
 



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