19.12.2019

Briefe



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ID: 11166 Brieftext


Geschrieben am: Sonntag 30.08.1891
 

Berchtesgaden Pens. Moritz d. 30 Aug. 91
Lieber Levi,
noch wenige Worte der Erwiederung auf Ihre Aeußerung über Marie, daß sie nicht herunter kam Sie zu begrüßen: der Zufall wollte, daß sie vor Tisch die Damen Ettlinger aus Carlsruhe hatte heraufkommen sehen war nun, als Sie heraufschickten in der Voraussetzung, Sie haben sich hier mit Diesen verabredet. Da mochte sie natürlich nicht hinunter kommen und stören. Wie schon gesagt, wir glaubten (d. h. Marie) daß Sie hier oben etwas bleiben würden, wußten ja von Reichenhall nichts.
Wie gemüthlich wäre es nun gewesen, hätten Sie um ½ 2 Uhr als Sie kamen, gleich herauf geschickt, (warum sollte ich denn schlafen, während die anderen Leute Alle essen?) und wir hätten zusammen bei uns oben dinirt!
Uebrigens war ich um 4 Uhr schon fertig, u. schaute sofort hinunter!
So haben uns denn doch zum Theil Mißverständnisse das Aergerniß verursacht, und ich hoffe ich werde Sie doch noch in München sehen!
An das Marienbad habe ich schon geschrieben – der Wirth wird mich alte Kunde doch nicht abweisen – ich bin aber doch etwas in Sorge deshalb! –
So denn, auf baldiges Wiedersehen, und wie immer
Ihre
herzlich grüßende
Clara Schumann.

  Absender: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Absendeort: Berchtesgaden Pension Moritz
  Empfänger: Levi, Hermann (941)
  Empfangsort:
  Schumann-Briefedition: Serie: II / Band: 5
Briefwechsel Robert und Clara Schumanns mit Franz Brendel, Hermann Levi, Franz Liszt, Richard Pohl und Richard Wagner / Editionsleitung: Thomas Synofzik, Michael Heinemann / Herausgeber: Thomas Synofzik, Axel Schröter und Klaus Döge / Köln: Verlag Dohr / Erschienen: 2014
ISBN: 978-3-86846-016-2
913
 



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